Stadtteile

Neckarau Herbstfest und Tag der offenen Tür im Waldorfdreieck / Klassen präsentieren Shows, Konzerte und Bewegungsspiele

Schüler bieten Blick hinter die Kulissen

Schier unüberschaubar ist das künstlerische, kreative und kulinarische Angebot der Einrichtungen im Waldorfdreieck am Neckarauer Waldweg. Beim Herbstfest, das gleichzeitig als Tag der offenen Tür gefeiert wird, ist nicht nur die aktuelle Schulgemeinschaft dabei, auch die Eltern der zukünftigen Waldorf-Kinder nutzen traditionell die Gelegenheit, um sich zu informieren. Neben der Freien Waldorfschule stellten sich die Odilienschule, die Freizeitschule, der Waldorfkindergarten und die Kinderkrippe Gänsweide, der Werkhof und die Hans-Müller-Wiedemann-Schule vor.

Viele Mitmachaktionen

In den Klassenzimmern hatte man viele Mitmachaktionen vorbereitet: So konnten Besucher Drachen basteln, Seifen gießen, Fackeln ziehen oder Blumentöpfe gestalten. Außerdem waren typische Arbeiten der Schüler aus dem Unterricht ausgestellt. Ein erstes Highlight unter vielen Darbietungen des Tages zeigte die Klasse 6b mit ihrer Zirkusvorführung in der Aula: Diabolo-, Springseil-, Jonglage- und Balance-Nummern hatten die Kinder einstudiert. Weiterhin präsentierten sie mit acht Violinen und einem Cello ein Stück über Ritter und Gaukler.

Schwungvoll und mitreißend führten rund 40 Sechstklässler dann englisch-irische und osteuropäische Volkstänze unter der Leitung von Musiklehrerin Birgit Maier auf. Begleitet wurden sie von einem kleinen Orchester aus Schülern und Eltern.

Beeindruckende Darbietungen

Die Zuschauerinnen Birte Mevenkamp und Laila Urban, die derzeit am Institut für Waldorfpädagogik in Mannheim studieren, waren voll des Lobes über die abwechslungsreiche Darbietung. "Es ist beeindruckend, was die Klassen in kurzer Zeit hier auf die Beine gestellt haben". Draußen im Hof leitete Birgit Maier gleich danach zahlreiche Gäste beim großen gemeinsamen Volkstanz an. Auf dem Gelände zwischen den Einrichtungen lockten Bewegungs- und Geschicklichkeitsspiele wie die Flying-Fox-Holzbahn. Auf abschüssigem Kurs muss der Pilot, wie einst der Ritter mit der Lanze, mit seinem Stab einen nahe dem Ziel aufgehängten Ring treffen.

In der Turnhalle freute sich Sportlehrerin Tatjana Yeryomko über viele Kinder und auch manchen Erwachsenen, der sich beim Drunter-und-Drüber-Parcours austobt. Um die Kinder bei all dem Medienkonsum an regelmäßige Bewegung heranzuführen, so erzählte sie, brauche es auf jeden Fall die Mitwirkung der Eltern, "da können wir allein im Unterricht nichts ausrichten". Etwas geruhsamer ging es bei der Hans-Müller-Wiedemann-Schule zu. Dort presste man Streuobst zu schmackhaftem Saft, kredenzte Kürbissuppe und Kuchen und lud obendrein zur Tombola und zum Bücherflohmarkt ein. Für fünfzig Cent war man dabei, ganz gleich, ob Belletristik, Kochbuch oder pädagogische Fachliteratur. Auch Annika Berger aus dem norddeutschen Jever, zu Besuch bei Freunden, nutzte die Gelegenheit, günstig an Lesestoff zu kommen. Die Odilienschule lud zum Rundgang durch das Gebäude, zu Geschicklichkeitsspielen und Leckereien.

Bei dem vielfältigen Speisenangebot der Klassen, von Apfelmost über Kuchen, Chilis, Currys, Suppen und Salaten, Waffeln und Zuckerwatte blieb an diesem Tag kein Besucher hungrig. Und für zuhause erwarben viele dann den Honig, den die acht Bienenvölker im Dienst der Waldorfschule in diesem Jahr produziert haben.

Die Imker und ehemaligen Waldorf-Eltern Franka Brunnert und Christian Keuper kümmern sich mit ihrem 15-köpfigen Team in der Bienen-AG um die fleißigen Sammler, die im Garten der Schule zuhause sind. Den künstlerischen Höhepunkt und Abschluss des Festes gestalteten die Big-Band und das Sinfonieorchester mit ihren Auftritten. Für die Stärkung auch der letzten Gäste sorgte bis zum Abend die Freizeitschule mit selbstgebackenem Flammkuchen und Pizza.