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Neckarstadt-Ost SPD-Politiker informieren sich bei einer Tour von Haus zu Haus über das, was die Bürger beschäftigt

Schule, Betreuung und Sauberkeit zentrale Themen

Archivartikel

An 283 Türen in der Lange Rötterstraße, Max-Joseph-Straße und auf Turley hat die SPD Neckarstadt-Ost gemeinsam mit dem SPD- Fraktionsvorsitzenden Ralf Eisenhauer geklopft und die Bürger gefragt, was die Menschen im Quartier bewegt. 20 Prozent der Gefragten gaben an, dass Schule und Kinderbetreuung ganz oben auf der Agenda der Stadt stehen sollten.

18 Prozent nannten „Sauberkeit“, zehn Prozent „Bezahlbares Wohnen“ und acht Prozent „Mobilität und Verkehr“ als wichtigste Anliegen. Auf ihrer „Wir müssen reden“-Tour erlebten die Kommunalpolitiker bei ihren Hausbesuchen viele schöne und auch außergewöhnliche Momente.

Stadtrat Reinhold Götz und Sascha Brüning vom SPD-Ortsverein wollten beispielsweise von den Bewohnern in der Max-Joseph-Straße ganz genau wissen, was ihre Mitbürger bewegt, welche Sorgen sie haben und was sie sich für ein gerechteres Mannheim und für ein gerechteres Land wünschen. Hans-Joachim Hirsch vom Arbeitskreis Alter Messplatz erklärte: „Ein Problem ist die Gestaltung der Südhälfte des Alten Messplatzes, da muss endlich was passieren.“

Ausfallzeiten „dramatisch“

Für Meike Ziegler ist das Thema Bildung wichtig. „Die Ausfallzeiten an den Schulen sind zum Teil dramatisch – da besteht Handlungsbedarf“, meinte sie. „Gelungen“ fand sie den neuen Kiosk neben dem Einraumhaus am Alten Messplatz. „Doch dort gibt es noch viel toten Raum, da könnte man was machen.“ Sandro Brüttnig, der vor 20 Jahren aus Frankfurt nach Mannheim kam, fand: „Das Straßenbild hat sich verändert durch die vielen Ausländer und Flüchtlinge.“ Die Stadt müsse mehr für Integration tun. Ein Problem für Maria Alexopoulou ist die Wohnungssuche: „Wir leben zu viert in einer Drei-Zimmer-Wohnung.“ Ruzo Avdic, die vor 52 Jahren aus Kroatien nach Mannheim kam, stört, dass die Straßen nicht so sauber sind. Auch fehlten vom Motorenwerke in Richtung Messplatz und hoch zur Sporthalle Bänke zum Ausruhen. „Früher bin ich noch am Neckar spazieren gegangen, doch das ist mir jetzt zu gefährlich“, sagte die Seniorin zum Thema Sicherheit.

Auch Birgit Zimmer und Friederike Engelen fanden, dass die Stadt mehr in puncto Sauberkeit und Sicherheit tun muss, vor allem gegen Hundekot und Hausbesitzer, die ihrer Reinigungspflicht nicht nachkommen, aber auch gegen Fahrradfahrer, die auf Gehwegen und in den Fußgängerzonen fahren. Während Friederike Engelen die Hausbesuche der Kommunalpolitiker nicht gut fand, begrüßte ihre Tochter, Bettina Engelen, Stadtrat Götz und Sascha Brüning mit den Worten: „Ich finde es cool, dass Sie vorbeikommen.“

Ausweisung als Sanierungsgebiet

Die Neckarstadt komme bei der Stadtspitze zu kurz, bemängelte sie. Nicht verstanden habe sie die Entscheidung, die Stadtbibliothek nicht am Alten Messplatz anzusiedeln. Öffentliche Einrichtungen hätten auch Anteil daran, wie sich ein Stadtteil entwickelt. Dazu erklärte Stadtrat Reinhold Götz, er teile ihre Ansicht, „dass mehr für die Neckarstadt getan werden muss“. Ein erster Schritt in diese Richtung sei die Ausweisung der Neckarstadt-West als Sanierungsgebiet.