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Rheinau Stadtteilbibliothek feiert mit der Musikformation Hoaggelfisch / Erinnerungen an Hippiezeit

Schulhof als Kulisee – Kultband sorgt für Open-Air-Atmosphäre

Archivartikel

Es hatte schon etwas, als die Kultband Hoaggelfisch in Rheinau die Bühne betrat. Sie hatten bunte Blumenkränze im Haar und auch die Kleidung erinnerte stark an die Hippiebewegung. „Ein Unterschied zu damals ist sicherlich: Wir haben keine Karten verkauft. Daher wissen wir nicht, wie viele Menschen kommen“, war der Vorsitzende des Fördervereins der Rheinauer Stadtbibliothek, Dieter Eckert, noch ein wenig gespannt, bevor das Musikfestival im Schulhof der Konrad-Duden-Schule eröffnet wurde.

Vor genau 50 Jahren strömten rund eine halbe Million US-Amerikaner aus allen Landesteilen auf einen Acker in der Nähe von New-York, um drei Tage lang ein friedliches Fest zu feiern.„Woodstock“ gilt als Höhe- und gleichzeitig Endpunkt der Hippiebewegung in den USA. Bilder wie Batik-Klamotten, lange Haare, Haschischschwaden und eine fröhliche Schlammschlacht bei freier Liebe und Musik kommen einem in den Sinn. Aber das blieb in der modernen Fassung in Rheinau außen vor.

Zu Steaks mit Brötchen oder einer Bratwurst, gab es höchstens ein Bier, um sich selbst in Stimmung zu bringen und einen locker-leichten Abend bei guter, handgemachter Musik zu verbringen. „Das ist einfach meine Musik, die mir gefällt und die Band spielt ja immer wieder in Rheinau. Die kommen gut an“, sagte Christine Seifert, die Leiterin der Stadtteilbibliothek. Sie musste noch Stühle und Tische heranschaffen, um den Besuchern einen Platz zu verschaffen.

Zugaben und Steaks

Mit Liedern von Nash and Young, Bob Dylan („Mr. Tambourineman“) und Led Zeppelin eröffnete Gitarrist Frank als Solist das Konzert in der Schule. Er hatte einige Stunden Übung als Sonderschicht eingelegt, um als Solist zu überzeugen. Der Beifall bewies, dass er das Publikum auf seine Seite gezogen hatte.

Erst allmählich betraten die übrigen Bandmitglieder Chefkoch, Olli, Dieter, Edde, Steffi, Artur und Chrissi die Bühne. Dann aber ging es mächtig los. Sie coverten die Lieder von Bands, die damals auf der Bühne standen. Besonders die Musik von Creedence Clearwater Revival hatte es der Mannheimer Band angetan. Bei „Down On The Corner“, „Midnight Special“, „Proud Mary“, „Susie Q,“ und „Up Around The Bend“ liefen die Musiker nahezu zur Höchstform auf.

„Das hat richtig Spaß gemacht, das hier zu hören“, stellte die Familie Ludwig aus Rheinau fest. Den Musikern hatte das Konzert ebenfalls sichtlich Spaß gemacht, denn bereitwillig ließen sie noch einige Zugaben folgen, ehe sie sich die Steaks schmecken ließen.

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