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Innenstadt Schüler der Humboldt-Werkrealschule gestalten Ausstellung im Stadthaus / Einblicke in soziale Berufe in Neckarstadt

So arbeiten Erzieher, Hebamme und Physiotherapeut

Archivartikel

Ob Hebamme oder Rettungssanitäter – welche sozialen Berufe es in der Neckarstadt gibt und wie der Alltag eines Heilerziehers, Krankenpflegers oder Physiotherapeuts aussieht, lässt sich auf dem begehbarer Stadtplan mitten in der Stadtbibliothek im Stadthaus N 1 erforschen. Auf selbstgebauten Ständern, die mit einem QR-Code und Köpfhörern ausgestattet sind, geben Interviews Einblicke in das Berufsleben.

Geführt haben die aber keine Journalisten, sondern Acht- und Neuntklässler der Humboldt-Werkrealschule in der Neckarstadt. Ein Jahr lang haben die Schüler beim Gemeinschaftsprojekts kooperative Berufsorientierung, kurz Koobo, selbst die interaktive Ausstellung „Soziale Berufe in der Neckarstadt“ gestaltet. Finanziert wird das Projekt vom Kultusministerium Baden Württemberg und vielen Unternehmen.

Ungeahnte Talente

Die Idee dahinter: Bei der Umsetzung können die Schüler entdecken, welche Talente in ihnen schlummern und erhalten gleichzeitig hautnahe Einblicke in soziale Berufe, die sie vorher vielleicht noch gar nicht kannten. Und so ist nicht nur Kreativität bei der Planung der Ausstellung gefragt. Sondern auch rhetorische Gewandtheit für Interviews mit Berufstätigen und ein geübtes Auge beim Fotografieren. „Wir haben uns in Teams aufgeteilt“, erzählt die Schülerin Sermina. Während eine Gruppe mit der gesamten Interviewausrüstung losgezogen sei, habe eine andere den großen Stadtplan erstellt. „Mit Hilfe eines Beamers haben wir die Linien des Stadtplans auf den aufgestellten Ausstellungsboden aufgezeichnet und anschließend mit Klebeband nachgeklebt“, ergänzt ihre Mitschülerin Telissa. Sogar Skizzen von Gebäuden und Merkmalen der Neckarstadt wurden mit farbiger Klebefolie an den richtigen Orten platziert. Die Schüler wurden auf dem Weg von der Idee bis zur fertigen Präsentation von Mitarbeitern der Werkstattschule e.V. Heidelberg begleitet. „Wir glauben, dass jeder Mensch ganz viele Talente besitzt“, ist auch Hendrikje Lorenz, Leiterin der Werkstattschule überzeugt. Solche Talente, findet sie, „sollten dafür genutzt werden einen Beruf zu wählen, in dem man später gerne arbeiten möchte.“

Welche Talente in den Schüler schlummern, zeigt sich bei der Umsetzung: „Die Multimediaständer für die Audiostationen sind eine Eigenproduktion“, erzählt Schüler Muhammed. Für stabile Sockel wurde Beton in selbst gebaute Formen gegossen, die Metallstäbe bearbeitet, der Holzblock für die Ablage des Kopfhörers beschnitzt. Über den dort angebrachten QR-Code können die geführten Interviews mit Hilfe des eigenen Smartphones oder des bereitgestellten MP3-Players angehört werden. Für die Darstellung ihres Projekts haben die Schüler sogar einen Prospekt herausgegeben.

„Da habt ihr tolle Arbeit geleistet“, lobt Lorenz. Dafür sei es wichtig, dass es Lehrkräfte gebe, die den Schülern Mut machen und erkennen, was wirklich in ihren Schützlingen steckt. „Und ihnen die Möglichkeit geben, Dinge auszuprobieren“, sagt die Werkstattschulleiterin.

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