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Sandhofen Fusionsverein SKV sieht bei Finanzierung seiner Bauvorhaben Probleme / Blick auf die Haushaltsberatungen

Standort-Wechsel kostet Zeit

Fast eineinhalb Jahre ist es jetzt her: Anfang Februar 2018 stellte der Sport- und Kulturverein Sandhofen (SKV) weitreichende Pläne zur Umgestaltung seines Geländes vor. Das Herzstück: eine Multifunktionshalle mit drei Spielfeldern. Eigentlich sollte kurz danach die Detailplanung anlaufen – und für den Baubeginn hatte der im Jahr 2016 aus einer Fusion von vier Traditionsvereinen entstandene SKV das kommende Jahr ins Auge gefasst. Doch noch immer treten die Verantwortlichen auf der Stelle.

Um zu erörtern, wie es weitergehen könnte, machte der CDU-Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel am Montag bei seinem Stadtteiltag Sandhofen Station in der Gaswerkstraße. Mitgebracht hatte er neben seinem Stadtrats-Kollegen Thomas Hornung den städtischen Sport-Fachbereichsleiter, Uwe Kaliske.

Erhalt der Frischluftschneise

Es gehe jetzt „darum, dem Projekt einen Schubs zu geben“, sagte Löbel, man müsse „von der Idee zur Planungsreife“ kommen. Deshalb bat er den Verein, seine Planung zu aktualisieren „und das gemeinsam mit der Stadt zu realisieren. Der Wille ist da.“ Die „Hausaufgabe“, vor der Architekt Micheal Keller steht, ist in erster Linie die Anpassung des längst vorliegenden Entwurfs an neue räumliche Gegebenheiten.

Denn der ursprünglich vom SKV geplante Standort auf dem Sportgelände an der Gaswerkstraße wurde zwischenzeitlich verworfen. Die Stadt, so Michael Keller, habe die Frischluftschneise an dieser Stelle erhalten wollen. Deshalb soll die Multifunktionshalle jetzt auf den Beachvolleyballfeldern des Sandhofer Freibads, hinter dem Jugendhaus, Platz finden.

Die ganze Zeit über, bedauert Keller, habe man sich „eigentlich im Kreis gedreht“, deshalb habe man das Großprojekt um ein Jahr verschieben müssen. Aber, selbst um diesen späteren Beginn halten zu können, drängt die Zeit. Denn geklärt werden muss die Finanzierung. Allein für die Multifunktionshalle rechnet der SKV mit Kosten von 3,2 Millionen Euro. Auf rund eine Million schätzen die Verantwortlichen die Zuschüsse, die aus dem Sportfördertopf der Stadt Mannheim und dem Landessportbund fließen. Aber der Rest beläuft sich immer noch auf rund 2,2 Millionen Euro. „Wir müssen das ja irgendwie finanzieren könne, und zwei Millionen können wir nicht finanzieren“, betonte Finanzvorstand Jochen Wagner.

Deshalb setzt der SKV jetzt seine Hoffnungen auf die Haushaltsberatungen im zweiten Halbjahr. Schließlich hatte Oberbürgermeister Peter Kurz als „Geschenk“ für eine Fusion der Traditionsvereine Unterstützung bei der Schaffung eines Sportparks zugesagt. Wie hoch diese Unterstützung ausfällt, das ist für die Verantwortlichen eine spannende Frage. Davon hängt die Realisierung des Großprojekts ab.

Weitere Vorhaben liegen auf Eis

Dabei wäre die Multifunktionshalle nur der erste geplante Schritt. Der SKV hatte vor eineinhalb Jahren außerdem angekündigt, in einem zweiten Schritt eine Kalthalle mit zwei Spielfeldern, Fitness- und Kinderspielbereiche sowie ein neues Vereinszentrum mit Versammlungsraum, Verwaltungstrakt, Gaststätte und Kegelbahn schaffen zu wollen. Davon ist er weiter denn je entfernt.

Einen Teil des Geldes hofft der SKV durch den Verkauf des Terrains mit Tennis- und Turnhalle an der Kalthorststraße erzielen zu können. Aber von dem Erlös, den die Stadt zu zahlen bereit wäre, müssten die Abrisskosten abgezogen werden – die sich wahrscheinlich auf einen mittleren sechsstelligen Betrag belaufen würden.

Vorsitzender Heinz Berberich macht sich nichts vor: Um das Großprojekt finanzieren zu können, „werden wir kräftig strampeln müssen“. Aber er hofft, „dass wir jetzt endlich mal weitermachen können“.