Stadtteile

Neckarstadt-West Verabschiedung von Schulleiterin Brigitte Bauder-Zutavern in den Ruhestand

„Stets einen Spruch auf den Lippen“

Archivartikel

An der geballten Ladung Emotionen und an der großen Gästeschar zeigte sich, wie beliebt und respektiert Brigitte Bauder-Zutavern ist. Die Schulleiterin der Neckarschule wurde im Bürgerhaus mit herzlichen und sehr persönlichen Dankesworten in den Ruhestand verabschiedet. Wobei keiner der Redner sich so recht vorstellen konnte, dass eine derart energiegeladene Persönlichkeit so schnell zur Ruhe kommt.

In ihrer Begrüßungsansprache hob Konrektorin Ann-Cathrin Schmahl die zupackende Art der geschätzten Schulleiterin hervor: „Sie hat die Neckarschule geprägt mit Kopf, Herz und Hand.“ Schulrätin Miriam Aakerlund blickte nach persönlichen Worten des Dankes für die gute Zusammenarbeit zurück auf die Karriere von Brigitte Bauder-Zutavern: „47 unfassbare Dienstjahre, davon 21 Jahre an der Neckarschule in verantwortlicher Position.“

Eine Laufbahn, in der es reichlich beeindruckte Vorgesetzte sowie glühende Beurteilungen gab: „Ihre Zuverlässigkeit, ihre sichtbare Zuwendung zum Schüler, ihr offener Charakter und ihre pädagogische Leistung, ihre Fähigkeit zu organisieren und zur Kooperation ließen sie als geborene Schulleiterin erscheinen“, so Aakerlund.

1972 beginnt der Schuleinsatz von Brigitte Bauder-Zutavern. Nach dem Ersten Staatsexamen 1975 trat sie ihre Dienststelle an der Buckenbergschule in Pforzheim an, 1977 folgte die Versetzung in ihre Geburtsstadt Mannheim an die Johannes-Kepler-Schule. 1978 bestand sie das Zweite Staatsexamen. 1985 wurde sie Beauftragte für die Kooperation von Kindergarten und Grundschule. 1989 folgte die Bestellung zur Konrektorin der Johannes-Kepler-Schule. Ein Studium der Erziehungswissenschaft schloss sie 1993 als Diplom Pädagogin ab. Parallel sammelte sie als Mutter dreier Kinder weitere praktische pädagogische Erfahrungen. 1989 folgte die Bestellung zur Rektorin der Neckarschule.

Preis für Schulentwicklung

„21 Jahre fördern und fordern“, so Aakerlund: Dazu gehörten Sprach- und Leseförderung mehrsprachiger Kinder ebenso wie das Projekt „multifamiliäres Klassenzimmer“, dessen Vorreiterin die Rektorin war, aber auch die Förderung von Sport und Bewegung sowie eine Koch-AG als Essensangebot für die Kinder. „Ein besonderes Anliegen war ihr die ganzheitliche Erziehung und Betreuung der Kinder, dass sie angstfrei leben und lernen können“, so Aakerlund.

Außerdem habe Bauder-Zutavern die Stadtteilarbeit geprägt mit vielen Partnern. „Die unbändige Energie ist es, was Brigitte Bauder-Zutavern auszeichnet; sie ist ein echter Fire Cracker, der stets einen Spruch auf den Lippen hat“, erklärte die Schulrätin. Lob gab es auch von Bildungsbürgermeisterin Ulrike Freundlieb „für 21 Jahre in außergewöhnlicher Verantwortung für eine außergewöhnliche Schule in einem außergewöhnlichen Stadtteil.“

Neben Sprach- und Religionsförderung durch Islamunterricht habe sie zur Vermittlung demokratischer Werte den nun bundesweit exerzierten „Klassenrat“ eingeführt, mit gleichem Stimmrecht für Schüler und Lehrer. Dafür habe sie 2015 den ersten Preis für demokratische Schulentwicklung bekommen. „Dies sollte ein Beispiel sein für andere Schulen, so hätten wir uns die Bußgeldbescheide für die Teilnahme von Schülern an den „Fridays for Future“-Demonstrationen sparen können“, meinte die Bürgermeisterin.