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Rheinau Grüne starten naturkundliche Radtour

Streifzug durch die Natur

Bei hochsommerlichen Temperaturen startete eine Radtour der Grünen von Mannheim nach Schwetzingen durch das Naturschutzgebiet „Hirschacker-Dossenwald“. Trotz bestem Schwimmbadwetter waren zahlreiche Interessierte der Einladung der Landtagsabgeordneten Elke Zimmer und Manfred Kern gefolgt.

Geleitet wurde die Tour von André Baumann, Staatssekretär im baden-württembergischen Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. Der gebürtige Schwetzinger berichtete bereits an der ersten Station der Tour anschaulich von der Entstehung der kurpfälzischen Landschaft.

An den weiteren Stationen machte Biologe Baumann für die Teilnehmer sichtbar, was dem ungeschulten Auge sonst meist verborgen bleibt. Pflanzen und Tiere, die unter Temperaturextremen überleben können und ihren ganz eigenen Lebensraum gefunden haben. „Der blanke Dünensand kann im Sommer bis zu 60 Grad Celsius heiß werden, speichert schlecht Wasser und ist nährstoffarm. Hier überleben nur Spezialisten: Hungerkünstler und Hitzetolerante. Diese Spezialisten brauchen aber auch genau solche Lebensbedingungen. Mit dem Steppenbienchen findet hier beispielsweise eine vom Aussterben bedrohte Wildbienenart ihren Lebensraum“, erklärte Baumann bei einem der zahlreichen Stopps auf der rund vierstündigen Tour. Dabei machte der Experte deutlich, warum es an bestimmten Stellen der Naturschutz notwendig macht, dass der Wald historischen Kulturlandschaften weicht.

Mehr Aufklärung brauche es auch bei Naturschutzmaßnahmen. So komme es öfter zu Irritationen in der Bevölkerung, wenn aus naturschutzfachlicher Sicht Baumfällungen nötig seien. „Lebensader Oberrhein“ heiße beispielsweise das Nabu-Projekt, das derzeit auch im Naturschutzgebiet Hirschackerwald in Zusammenarbeit mit der Naturschutzverwaltung durchgeführt wird.

Elke Zimmer zog nach dem Radeln ihre persönliche Bilanz: „Es ist auf jeden Fall angekommen, dass auch von städtischer Seite noch mehr getan werden kann, um den Biotopverbund an dieser Stelle weiter auszubauen.“ red