Stadtteile

Rheinau/Hochstätt Gemeinnütziger Verein freut sich über rund 250 Besucher, die der ungemütlichen Witterung trotzten

Süße Teigmännchen und Lagerfeuer

"Dort oben leuchten die Sterne und hier unten leuchten wir" - wir, das waren die Kinder, die bereits einen Tag vor dem Namenstag des Heiligen Martins an den beiden Umzügen aus Kern-Rheinau und von der Hochstätt mitgelaufen sind. Ziel des Umzugs war die Pfingstbergschule, dort gab es Punsch, ein Lagerfeuer, die traditionellen Martinsmännchen und eine Theateraufführung.

Die Rheinauer starteten auf dem Marktplatz, während die Kinder von der Hochstätt an der Astrid-Lindgren-Schule losliefen. Sankt Martin auf seinem Pferd führte die Hochstätter Kinder zur Pfingstbergschule. Schnell füllte sich der Hof mit aufgeregt umherwuselnden Kindern und leuchtenden Laternen.

Fest der Nächstenliebe

Während sich die Theater AG der Astrid-Lindgren Schule schon auf ihren Auftritt vorbereitete, trudelten auch die Kinder und Familien ein, die in Hochstätt gestartet waren. Nun war der Platz vor der Grund- und Werkrealschule gefüllt und die Kinder der Theater AG legten los. Unter der Leitung von Margarita Pfeil führten die sieben Kinder der Theater AG die Martinsgeschichte auf. Die Schüler der dritten und vierten Klasse stellten Sankt Martin, den Bettler, zwei Wächter, zwei Bürger und einen Soldaten dar. Die Wächter und der Soldat wollten von dem armen Bettler, der um eine Spende bat, nichts wissen. Doch Sankt Martin beschloss nach einigen Überlegungen, dass er die drei Tage Gefängnis, die ihm drohten, wenn er seine Soldatenuniform beschädigte, in Kauf nehmen wollte, um ein Menschenleben zu retten. Und er gab dem Bettler die Hälfte seines Mantels. Später wurde der Soldat für seine Mitmenschlichkeit heiliggesprochen. An seinem Geburtstag, am 11. November, wird mit dem traditionellen Laternenumzug an seine guten Taten erinnert.

Margarita Pfeil hatte seit den Herbstferien mit den Kindern geübt und war zufrieden mit dem Ergebnis: "Das habt ihr toll gemacht", lobte sie die Kinder nach der Aufführung. "Die Kinder machen das sehr gerne", so die Lehrerin. Kimberley, die einen Bürger gespielt hatte, gab zu: "Es hat Spaß gemacht, aber ich war auch aufgeregt." Nach der Aufführung leerte sich der Schulhof und die Kinder und Familien machten sich immer noch singend mit ihren Laternen auf den Nachhauseweg.

Trotz des Regens sind rund 250 Kinder und Erwachsene an den beiden Laternenumzügen mitgelaufen, schätzte Organisator Michael Lösch vom Gemeinnützigen Verein. "Wir hatten Glück, es hat erst nach dem Umzug wieder angefangen zu regnen", so Lösch, der schon seit über zehn Jahren den Umzug organisiert. "Es ist alles gut gelaufen, wie immer", meinte auch Sascha Schneider von der Freiwilligen Feuerwehr Rheinau.

Unterstützt wurde Lösch von Michael Haslinger, dem ersten Vorsitzenden des Fördervereins der Pfingstbergschule, mit dem Verkauf von Glühwein. Der Erlös kommt Schulprojekten zugute.

Für die Kinder gab es 400 Martinsmännchen. Und Piff-Event, der von den Schülern eigenständig betriebene Cateringservice der Pfingstbergschule, verkaufte Kinderpunsch und Würstchen. So war bei dem ungemütlichen, herbstlichen Wetter auch für Wärme und Stärkung gesorgt.