Stadtteile

Lindenhof Gruppe Spark stellt in der Johanniskirche neue CD vor

Tanzmusik weckt Lebenslust

Archivartikel

Knapp 20 Blockflöten, eine Melodica, ein Flügel, eine Violine und ein Violoncello – diese Vielzahl an Instrumenten würde eigentlich ein ganzes Orchester ankündigen. Nicht so bei einem Auftritt des Klassik-Ensembles Spark. Hier sind es sage und schreibe fünf Musiker und Musikerinnen, deren Instrumentenschar auf der Bühne schon mal einen kleinen Vorgeschmack darauf gibt, was das Publikum gleich erwarten wird.

In einem außergewöhnlichen Konzerterlebnis lassen sie die klassische Musik mit jeder Note ganz neu und ganz anders aufleben, oder verleihen sie zeitgenössischen Titeln wiederum ein klassisches Outfit. Auf ihrer aktuellen Tournee machten sie jüngst auch in Mannheim Station und gastierten im Rahmen der Allegra Konzertreihe in der Johanniskirche auf dem Lindenhof. Sein Programm gestaltete das Quintett in Anlehnung an die neueste CD „On The Dancefloor“.

Andrea Ritter (Blockflöte), Daniel Koschitzki (Blockflöte, Melodica), Stefan Balazsovics (Violine/Viola), Victor Plumettaz (Violoncello) und Christian Fritz am Flügel servierten daraus akustische Leckerbissen, für die es keine Tanzfläche braucht. Vielmehr soll ihre „Tanzmusik“ Leidenschaft und Lebenslust wecken. Und so hinterließen ihre musikalischen, buchstäblich atemberaubenden Kostproben oftmals ein atemloses Publikum.

„Tanzmusik“ vom Mittelalter bis heute hieß es zu Anfang, und in der Tat spannte sich der musikalische Bogen, manchmal ohne Übergang, von dem „Lamento die Tristano“ eines unbekannten Komponisten aus dem 14. Jahrhundert über Bach, Mozart, Max Reger, Gershwin, Cole Porter bis hin zum unverwechselbaren „Dancing Queen“. Alle Kompositionen so arrangiert, dass sie ins Repertoire, der Musik der fünf „jungen Wilden“ passten.

Große Bandbreite

Auch hier zeigte sich eine immens große Bandbreite an musikalischer Vielfalt. Eben noch wild, besessen und leidenschaftlich und gleich darauf gefühlvoll, leise und traumhaft schön. Musik wird regelrecht zelebriert, im Wechselspiel der Gefühle verschmelzen die Instrumente zu einem, bilden mal die Akkorde am Klavier den Rahmen für die Melodie der Blockflöten und Streicher und dann wieder umgekehrt. Kein Problem also in „Begin The Beguine“ von Cole Porter ein 100 Mann starkes Orchester mühelos zu ersetzen, was aus den Reihen des Publikums mit einem fassungslosen „Wow“ quittiert wurde und durchaus als „Merci“ für einen besonderen Konzertabend verstanden werden durfte. bab