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Rheinau Im südlichen Stadtwald müssen mehr als 250 Bäume fallen / Stress durch Trockenheit / Dossenwald kaum betroffen

Tote Kiefern und neues Grün

Zu mannshohen Haufen aufgetürmt liegen etliche Stämme am Wegesrand für den Abtransport bereit, alle rot markierten Bäume müssen in den kommenden Tagen abgesägt werden. Noch bis Ende des Monats sind Revierförster Norbert Krotz und sein Team im südlichen Stadtwald mit Fällarbeiten beschäftigt. Etliche Naturfreunde verfolgen den Motorsägen-Einsatz mit Sorge: „Wir werden ständig von Spaziergängern gefragt, was wir hier tun und warum.“ Doch wer genau hinschaut, nach oben blickt, der sieht, dass die Nadeln von etlichen Kiefern eine rotbraune Farbe angenommen haben.

„Und selbst die, bei denen noch etwas Grün zu sehen ist, gehen auch in den kommenden Wochen ein“, beklagt der Revierförster. Die Auswirkungen der monatelangen Hitze des Sommers 2018 machen den Kiefern zu schaffen. Geschwächt wie sie waren, entpuppten sie sich als gefundenes, anfälliges Fressen für Borkenkäfer und wurden von Pilzerkrankungen befallen. Damit sie keine gesunden Kiefern anstecken, müssen sie rasch entfernt werden.

Überangebot drückt die Preise

„Zur Zeit wird wirklich extrem viel Holz aus dem Wald geholt“, beobachtet eine Rheinauerin, die mit ihren beiden kleinen Französischen Bulldoggen regelmäßig an der Rothlochhütte Gassi geht. „Der Sommer war einfach zu trockne“, bedauert auch ein Edinger, der gerne im südlichen Stadtwald joggt: „Das ganze Ausmaß der Schäden wird man erst sehen, wenn die gesunden Bäume neben den toten ausschlagen.“

Doch dieser massive Absterbeprozess ist leider nicht nur in Mannheim, sondern in der gesamten Rheinebene zu beobachten. Der Käfertaler Wald ist flächendeckend vom Kiefernsterben betroffen (wir berichteten). Schwerpunkte liegen im Osten des Waldes und entlang der A 6 Richtung Sandhofen.

Im Rheinauer Wald und Dossenwald sind drei Areale sehr stark betroffen: der Pfingstberger Wald sowie der Große und der Kleine Hallenbuckel (genannt Rheinauer Wald). Hier müssen mehr als 250 Kiefern abtransportiert werden. „Durch die Aufräumarbeiten nach dem Sturm am Wochenende mussten die Arbeiten kurz gestoppt werden. Aber jetzt geht es wieder weiter“, versichert Norbert Krotz.

Und er hat auch eine gute Nachricht: „Im Unteren Dossenwald ist das massive Absterben glücklicherweise nicht zu beobachten. Wie in jedem Jahr sind hier lediglich einzelne Kiefern abgestorben.“ Denn, so Krotz, zwar ist auch hier vereinzelt Pilz- und Käferbefall zu beobachten. Doch der Dossenwald ist insgesamt geschlossener und intakter. Und so konnte er auch mehr Schutz vor zu viel Sonne und damit auch vor Austrocknung bieten. Zumindest etwas tröstlich ist auch, dass alle abgesägten Stämme zu Nutzholz verarbeitet werden können: „Nur der Preis ist im Moment schlecht“, klagt Krotz, „wegen des Überangebots“. Kurzum: „Solch einen Sommer wie 2018 brauche ich als Förster nicht mehr.“