Stadtteile

Rheinau Achterbahn der Gefühle bei den „Sandhase“ / Fünfte Jahreszeit zu Grabe getragen

Tränen und ansteckendes Lachen

Archivartikel

„Ich wollte gar nicht heulen“: Mit Tränen in den Augen und versagender Stimme flüstert Daniela Ströbel ins Mikrofon. Das Publikum im Gemeindesaal der evangelischen Pfingstbergkirche hilft ihr mit Beifall über den emotionalen Moment hinweg. Dirk Berger, noch am Vortag Stadtprinz Dirk II., nimmt sie liebevoll in den Arm. Als Stadtprinzessin verabschiedet sich Daniela I. aus der Kampagne. Die Tränen sind schnell weggewischt, die Augen trocken, beim anschließendem Scherzen mit dem „Sandhase“-Präsidenten Holger Kubinski bezirzt sie wieder das Publikum mit ihrem ansteckenden Lachen.

„Es war eine lange, schöne Kampagne, mein Prinz und ich erfüllten uns den Traum, Mannheim, die Kurpfalz, die ganze Region zu repräsentieren“, blickt Daniela zurück und dankt den Helfern und Sponsoren. Zuletzt verrät sie: „Ich bin glücklich gerade in dieser Kampagne von den Sandhase gestellt geworden zu sein, ein Jahr später hätte ich nicht diesen wunderbaren Prinzen gehabt“.

Silberne Ehrennadel für Daniela I.

Die Begeisterung über das Paar zieht sich während des Heringsessens durch die Reden. „Du hast unsere Herzen berührt“, bescheinigt später Protokoller Franz Barth der nunmehr Ex-Prinzessin. „Ein richtig starkes Prinzenpaar“, freut sich Präsident Kubinski und zeichnet Daniela mit der Silbernen Ehrennadel der „Sandhase“ aus.

„Was ihr als Heringsessen veranstaltet, ist bei manch anderem Verein die Prunksitzung“, meint Walter McDavid, Leiter des Bürgerservice, bevor er den symbolischen Rathausschlüssel entgegennimmt. Den musste beim Sturm auf das Rheinauer Rathaus noch Stephan Frauenkorn herausrücken. Wie berichtet, ist der einstige „Bürgermeister“ in der Zwischenzeit Leiter des Hauptamtes in Plankstadt geworden, seine Amtsstube auf der Rheinau verweist.

„Es wird noch drei oder vier Monate dauern, bis ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin kommt“, berichtete McDavid. „Hoffentlich bleibt er dann länger, der ständige Wechsel ist eine Qual“, entgegnete Kubinski in seinem gereimten Rückblick auf die Kampagne.

Bevor der Präsident aber zu Wort kommt, lassen die „Sandhase“ noch „die Puppen tanzen“. Tanzmariechen Anna-Lena Dürr von den „Pilwe“ zeigt ihre akrobatische Kür und die Tanztruppe „Big Mamas“ begeistert das Publikum. Zwischendurch räsoniert Protokoller Franz Barth zur sichtlichen Freude der rund 120 Zuhörer über die große und die lokale Politik. Da kann es nicht ausbleiben, dass ihn die Gäste mit einem leisen „Sandhase hopp“ belohnen.

Zufrieden zeigt sich Kubinski über den Verlauf der Fasnacht: „Es lief richtig perfekt, ein starkes Prinzenpaar und eine famose Prunksitzung.“

Nur die wegen heftiger Winde abgesagte Kappenfahrt (wir berichteten) sorgte für Enttäuschung. „Da blutet das Herz der Fasnachter“, meint der Präsident. Umso mehr freut er sich über das närrische Treiben im Gemeindesaal von St. Antonius, das das Treiben auf der Straße spontan ersetzte. Zuletzt übergibt er das Vereinszepter an Senatspräsident Dieter Linke.