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Lindenhof MFC 08 feiert bis tief in die Nacht im Clubheim am Promenadenweg

Triumph nach einem fasnachtlichen Heimspiel

Wenn es noch eines Anstoßes bedurft hätte, dann kam der pünktlich um 19.11 Uhr. Wie es bei Sportlern üblich ist, waren die Gäste des MFC 08 Lindenhof ab der ersten Sekunde bei ihrer Fasnacht im fast aus den Nähten platzenden Sportheim voll bei der Sache. Und wie es sich gehört, hatten auch die Philippsburger Schalmeien, die nach der Pause für frischen Schwung sorgten, alle Mühe, die ausgezeichnete Kondition im Saal in den Griff zu bekommen. Man hätte den Eindruck bekommen können, dass das Vereinsheim selbst im Takt mitschunkelte. Die Luft war zwar zum Schneiden, aber die eiserne Kondition der Sportler hielt Stand. Bis in die Nachspielzeit hinein gab es weder bei den Akteuren noch beim begeisterten Publikum irgendwelche konditionelle Aussetzer. Der Saal bebte.

Der beste Witz kam gleich zu Beginn: „Wir sind ja kein Elferrat sondern ein Fünferrat. Wir sind sicher der einzige Fünferrat, der nur aus vier Mitgliedern besteht“, verkündete Hartmut Bauer, der nicht nur in den verschiedensten Rollen auf der Bühne stand sondern auch zusammen mit dem 2. Vorstand Uwe Jehle „gar meisterlich“ durch das prall gefüllte Programm führte.

Nach dem Anpfiff – dem Einmarsch des Fünferrates mit einigen Akteuren – zu dem Klassiker „We will rock you“, war etwas Improvisation gefragt. Jehle startete mit einer manchmal nicht ganz hasenreinen Bütte durch sämtliche Länder und die wichtigsten Städte dieser Erde. Die Lacher und eine erste Rakete, die im Saal gezündet wurde, waren ihm gewiss.

Anschließend übernahmen die Gäste zunächst das Geschehen auf dem Spielfeld. Einfach nur schön anzusehen war der Showtanz der Edinger Kälble, die ein Schachspiel in schwarz und weiß darstellten. Für Alice und Hartmut Bauer war der „Kampf der Geschlechter“ ein Heimspiel. Am Ende hatten sich, wie es sich gehört, alle lieb. „Prost Ihr Frauen, es war nur Spaß“ endete der Disput auf der Bühne. Der grazile Gardetanz der Edinger Kälble bot etwas fürs Auge, ehe die Heimmannschaft das Spiel übernahm. Mit dem Pferdetanz wussten die aktiven Fußballer zu überzeugen. Nach einer kurzen Schunkelrunde, die das Neckarduo einleitete, bot der Fünferrat mit dem Tanz zur Musik von „Glocken von Rom“ eine wahre Augenweide.

Kondition auf Tanzfläche gefragt

Dazu mussten die Akteure Hartmut Bauer, Marion Coden, Werner Seidelmann, Uwe Jehle und Armin Hirth in die Verlängerung. Ohne Zugabe wurden sie nicht von der Bühne gelassen. Nach der Pause sorgten die „Badner Schalmeien Philippsburg“ für mächtig Stimmung im Saal. Das Publikum konterte die Musik, indem es sich als äußerst textsicher erwies und alles mitsang. Für ein Ausrufezeichen sorgten noch einmal die Gäste. Die „Pilwe-Muddis“ begaben sich tänzerisch auf eine originell vorgetragene Schatzsuche im Dschungel. Von dem Zeitpunkt an nahm die Heimmannschaft das Heft in die Hand und gab es bis zum Schluss nicht mehr her.

Als Rittersleut tanzten die Aktiven über die Bühne. Aus sechs alten Rittern wurden dank Pampers und dem Lied „Aramsamsam, aramsamsam, gulli gulli gulli gulli gulli ramsamsam“ plötzlich junge Tänzer. In der Playback-Show spielten Ben Zucker, Michael Wendler, Udo Jürgens, Michelle und Mathias Reim und DJ Ötzi noch um die Torschützenkrone. Zum Abschluss wurde es ein wenig melancholisch. Bei „Sierra, Sierra Madre del Sur“ wurden Wunderkerzen entzündet, nicht zuletzt, weil das Neckarduo nach 26 Jahren beschlossen hat, bei den „08ern“ nicht mehr aufzutreten.

Die Kondition war anschließend noch einmal gefragt, denn nach einer Polonaise durch den Saal, spielten die zwei Musiker noch einmal richtig auf zum Tanz. Wer weiß, wie lange diese Nachspeilzeit dauerte und wann nach diesem fasnachtlichen Triumph wirklich wieder Ruhe in das Vereinsheim einkehrte.

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