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Süd/Rheinau Schutzgebiet Backofen-Riedwiesen

Verwaltung kündigt mehr Kontrollen an

Archivartikel

Lagerfeuer, Müllhalden und Partylärm: Wie bereits mehrfach berichtet sind Umweltschützer und Jagdpächter in großer Sorge um das Naturschutzgebiet Backofen-Riedwiese südlich des Rheinauer Hafens. Verwaltungschefs der Anliegergemeinden Brühl, Edingen-Neckarhausen und Schwetzingen trafen sich jetzt auf einladung des Brühler Bürgermeisters Ralf Göck zu einer Ortsbegehung in das Naturschutzgebiet Backofen-Riedwiesen.

„Dass es sich bei dieser Rhein-Idylle um einen Geheimtipp für Erholungssuchende handelt, war uns sofort klar“, berichtete Göck. Außer einem friedlichen Angler sei zwar dort um die Mittagszeit niemand anzutreffen gewesen. Allerdings hätten etliche mit Steinen abgegrenzte Feuerstellen sowie einige teilweise in Tüten verpackte Müllhäufen mit Grillresten, Flaschen und Einwegmasken deutlich gemacht, „dass dort im Sommer viel los ist“, wie Göck versicherte.

Trampelpfade sperren?

Durch steigende Besucherzahlen nehme der Freizeitdruck und die Bedrohung dieser einmaligen Auenlandschaft immer mehr zu. Für viele Menschen sei der Aufenthalt in der Natur Erholung. Das gelte zwar auch für die Nutzer der Rheinauen. „Die sind allerdings als Naturschutzgebiet eingestuft, für das strikte Regeln gelten. Baden und Grillen gehören nicht zu den erlaubten Dingen“, betonte Göck.

„Eigentlich dürften diese Areale deshalb überhaupt nicht betreten werden“, räumte Umweltberater Andreas Askani ein und appelliert an die Spaziergänger, zum Schutz von Flora und Fauna auf den ausgewiesenen Wegen zu bleiben. „Offene Feuer am Rande des Auwaldes sind ein Unding“, stimmte auch Bürgermeister Simon Michler zu. „Das Polizeipräsidium wird das Areal sowohl von der Wasser- als auch von der Landseite her künftig mehr bestreifen“, kündigte Göck an.

Ob man die ausgetretenen Trampelpfade dort mit Totholz absperren kann, darüber werde man sich mit den Verantwortlichen beim Regierungspräsidium Karlsruhe verständigen. Dass es davon vor Ort reichlich gibt, das zeigte der zweite Teil der Begehung, der zum Sommerdamm in die Schwetzinger Wiesen führte, denn der Sturm Mitte August hatte auch im Naturschutzgebiet gewütet und so manchen Baum gefällt. „Hier warten wir auf die Machbarkeitsstudie des Landes, wie es auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen weitergeht“, berichtete Oberbürgermeister René Pöltl aus Schwetzingen.

Vielfältiges Mosaik

Die Schwetzinger Wiesen sind eine vom Rhein geprägte Auenlandschaft, die reich strukturiert ist und ein vielfältiges Mosaik verschiedenster Biotope aufweist. Das Spektrum reicht von Altrheinarmen, Auwald und Verlandungsbereichen über ehemalige Tongrubengelände, die heute mit Wasser gefüllt sind, Röhrichte und Schilfried bis hin zu weiten Pfeifengraswiesen, die von artenreichen Buschsäumen begrenzt sind.

Das Gebiet ist geprägt durch jahrhundertelange Nutzung durch Landwirtschaft, Tongruben, Ziegeleien, Waldrodung, Wiesenwirtschaft und Kiesabbau, die erst nach der Ausweisung als Natur- und Landschaftsschutzgebiet in den meisten Bereichen zum Erliegen kam.

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