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Neckarstadt-Ost Planung der Protestanten für die Melanchthon-Gemeinde an der Lange Rötterstraße nimmt weiter Fahrt auf – und weckt Begeisterung

Viele Ideen für neues Zentrum der Kirche

Archivartikel

Fast drei Stunden lang hatten sich am letzten Samstag Bürger, Gemeindeglieder, Kirchenverantwortliche und Architekten in einem öffentlichen und gut strukturierten Workshop in der Melanchthonkirche mit der Neugestaltung des geplanten neuen Kirchenzentrums in der Neckarstadt befasst – und dabei „ein Feuerwerk an Ideen“ entfacht. Die Entscheidung, was davon in einen Architektenwettbewerb mit einer hohen Wahrscheinlichkeit der Realisierung eingehen würde, erfolgt dann bei der Kirchensynode 2020.

40 engagierte Teilnehmer

„Es geht darum, dass Sie sich in diesem Projekt so gut wie möglich wiederfinden“, betonte Pfarrer i.R. Peter Kruse, der die Veranstaltung moderierte. Und siehe da: Das Ergebnis des gut besuchten Workshops überzeugte fast durchweg – und weckte Begeisterung. Pfarrerin Judith Natho berichtete, es habe nur drei schriftliche Anmeldungen gegeben.

Umso mehr freute sie sich nun über fast 40 hochmotivierte Teilnehmer, sagte die Vorsitzende des Lenkungsausschusses, der nach der ersten informativen Veranstaltung im März gebildet wurde. „Das sieht alles nach Arbeitsatmosphäre aus; es ist auch ein wichtiges Thema in der Gemeinde: Wie geht es weiter, was wird hier geschehen?“

Bevor die Teilnehmer sich an die fünf verschiedenen Thementische begaben, erläuterten die Architekten, Patrik Eichhorn von der Abteilung Bau und Liegenschaften der evangelischen Kirche Mannheim und Projektleiter Till Schweizer, um was es beim Workshop geht: Nicht um die Optik, über die erst beim Architektenwettbewerb gesprochen werde, und auch nicht um die Kosten, die unter anderem vom Verkauf von Grundstücken an Melanchthon oder Paul-Gerhard abhingen, sondern allein darum: „Welche Funktionen muss das neue Kirchenzentrum erfüllen, was wünschen sich die Nutzer?“

Beeindruckend war die Menge der konstruktiven Beiträge. Dabei wurde deutlich, wie wichtig den Gemeindegliedern die charakteristischen Erkennungszeichen von Melanchthon sind, wie der Glockenturm oder die Schreiter-Fenster, die sich unbedingt im neuen Kirchenzentrum wiederfinden sollten.

Versenkbare Bühne

Verschiedene Vorschläge gab es auch zur Raumgestaltung: Entweder ein großer, flexibler Raum für Gottesdienste und Konzerte oder zwei Räume: ein Sakralraum und ein flexibler Raum für die verschiedenen Gruppen und Veranstaltungen. Wünschenswert seien zudem eine versenkbare Bühne, Probe-, Übungs-, Umkleide- und Verwaltungsräume, beispielsweise für das Sekretariat. Auch zum Bauort auf dem Gelände hatten die Teilnehmer konkrete Vorstellungen. Überwiegend sieht sich die Gemeinde auf dem Grundstücksteil in Richtung Alter Meßplatz. Ihr Wunsch ist ein offenes Gebäude mit Blick ins Grüne. Auch an ein Café wurde gedacht – bei höherer Bauweise unter dem Dach oder aber im Erdgeschoss mit Zugang zum benachbarten Parkplatz vor dem Gemeindehaus. Mit der Stadt als Eigentümerin der Parkfläche will man im Bedarfsfall reden. „Mich hat sehr gefreut, dass sich eine positive Grundstimmung zeigt, die die Chancen in Neuem erkennt“, sagte Architekt Eichhorn.

Pfarrerin Natho erläuterte die nächsten Schritte: Das Protokoll der Workshops wird zunächst dem Ältestenkreis der Evangelischen Gemeinde in der Neckarstadt zur Beratung vorgelegt. Über das Ergebnis berät anschließend die Kirchenverwaltung. Das Ganze geht dann zur Entscheidung an die Kirchensynode, die im September 2020 tagt. 2021 kann sodann der Architektenwettbewerb starten.

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