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Almenhof Alexander Levental spielt in Markuskirche

Vielseitiger Organist begeister Zuhörer

Archivartikel

In der Region hat er sich schon längst einen Namen gemacht: Der Organist und Chorleiter Alexander Levental wurde in St. Petersburg geboren und lebt mittlerweile in Ketsch. Levental, der regelmäßig Konzerte im In- und Ausland gibt, studierte in Moskau und St. Petersburg Komposition und Orgel. Abgeschlossen hat er mit der Konzertreifeprüfung. In der Markuskirche auf dem Almenhof gab er vor kurzem ein facettenreiches Konzert.

Marion Fürst, Kirchenmusikerin der Markuskirche, hat vor zehn Jahren eine Konzertreihe initiiert, für die sie Musiker aus verschiedenen Genres in das Gotteshaus bringt. Dafür erhält sie zahlreiche Anfragen von Musikern, die gern in der Markuskirche auftreten möchten. Ob Klavierkonzerte, Oper, Klezmer oder Kammermusik, die Organisatorin legt viel Wert darauf, den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm zu bescheren.

Auch Levental kontaktierte Fürst – und trat damit offene Türen ein. „Ich hatte die Idee, die verschiedenen Seiten des Instruments zu zeigen“, sagt Levental. „Dazu benötigte ich Stücke verschiedener Stile.“ Und deshalb stellt er ein Programm auf die Beine, das Werke vom 17. bis ins 21. Jahrhundert in den Fokus stellt. Außerdem nahm er die Zuhörer mit auf eine Reise um die Welt. Auch Levental selbst war im Ausland aktiv und reiste von Spanien und Portugal über Frankreich nach Deutschland und Russland.

„Je länger die Pfeifen, umso tiefer der Ton“, sagt Levental. Mozart habe die Orgel einst als „Königin der Instrumente bezeichnet“, erklärt Levental. Schließlich könne man mit der Orgel diverse Instrumente, wie etwa Flöte, Trompete oder Oboe nachahmen. Es gibt Manuale und Pedale, Orgelspielen sei daher fast schon ein Ganzkörpertraining.

Mal spielt er das Solo mit der rechten Hand wie bei „Tiento de 1˚ tono de mano derecha“ von Pablo Bruna. Überhaupt überzeugt Levental mit seiner musikalische Vielseitigkeit. Bei dem Stück „Obra de 8˚ tono“ aus Portugal spielt er mit der linken.

Außerdem gibt der Organist fünf Sätze aus der „Messe pour les convents“ zum Besten. Das Stück „Petite fugue sur le Chromhorne“ etwa besticht durch seine fröhliche Melodie während „Dialogue sur la Voix humaine“ mal lieblich, mal melancholisch erklingt.

Feurige Atmosphäre

Die Sonate D-Dur op. 65 Nr. 5. von Felix Mendelssohn-Bartholdy bringt einen Hauch Schwermut, gepaart mit einer unglaublichen Virtuosität in das Gotteshaus. Die dunkle Melodie von „Vater unser im Himmelreich“ von Tamara Ibragimova demonstriert durch seine dunkle Tonfolge viel Ernsthaftigkeit und verleiht dem Stück die wohltemperierte Schwere. Die Komponistin ist an diesem Sonntag ebenfalls vor Ort.

Temperamentvoll präsentiert Levental das mitreißende Stück „Toccata alla Rumba“, welches aus der Feder von Andreas Willscher stammt. Der Rhythmus sorgt für eine feurige Atmosphäre. Mit viel Applaus wird Levental nach dem Konzert verabschiedet. cap