Stadtteile

Serie "AnGrenzen" Leser-Meinungen zum Abschluss der achtteiligen Serie: "Übergeordneter Blick auf Zusammenhänge"

Vom Klimawandel und von Hunden auf der Neckarwiese

Um "Grenz-Erfahrungen" im öffentlichen Raum ging es bei unserer diesjährigen Artikel-Reihe im Sommer. Wir schauten mit unseren Experten unter anderem auf die Vorgärten am Ring, besuchten das Neckarvorland und den Schlosspark, beleuchteten die Vielfalt der Kulturen an der Marktstraße oder im Brennpunktviertel Jungbusch. Dafür ein Dank der Redaktion an alle Akteure. Einige Leser haben sich zum Thema "AnGrenzen" eigene Gedanken gemacht. Im Folgenden ein paar Anregungen zum Abschluss der achtteiligen Serie.

Stefan Frick beispielsweise schreibt uns, dass er mittlerweile das eigentlich attraktive Naherholungsgebiet Neckarvorland meidet, es aufgegeben hat, dort spazieren zu gehen. Grund sind die Hinterlassenschaften der Hunde dort unten am Neckar. Daran würden auch öffentliche Gelder, so man sie investieren sollte, nicht ändern, vermutet er und findet das "sehr,sehr schade". Wie man die Gegend am Fluss gestalte, sei angesichts der Verunreinigungen "doch völlig gleichgültig". Im Hinblick auf den Klimawandel und die dringend notwendige Frischluftzufuhr vom Neckar plädiert MM-Leser Wolffried Wenneis dagegen dafür, den Alten Messplatz und die südliche Platzhälfte von baulichen Barrieren unbedingt frei zu halten: "Wie man unter zukünftigen Klimabedingungen in Erwägung ziehen kann, diese freie Stelle zuzubauen, ist mir völlig unverständlich."

"Zu viel geduldet"

Ziemlich "entsetzt" hat Wolffried Wenneis der Bericht über den Jungbusch und "die mühsame Suche nach dem sozialen Kitt". Im Umgang der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen untereinander "ist wohl die höchste Alarmstufe erreicht", vermutet er. "Obwohl der Jungbusch seit vielen Jahren im Fokus steht, hat hier die Stadt doch zu viel geduldet und zu wenig Ordnung geschafft", glaubt Wenneis. Ein Beispiel für eine gelungene Sanierung und die Aufwertung eines Bereichs der Innenstadt sind für ihn die Quadrate G 7/H 7. Angesichts der Bemühungen von Investoren, den Jungbusch zu verwandeln und Bewohner zu verdrängen, schlägt er "eine sofortige Veränderungssperre" vor. Hiermit hätten Stadt und Stadtplaner die Chance, Herren des Verfahrens zu sein.

Wenneis treiben außerdem die Schlossgarten-Pläne von Stadt und Universität um: Vor dem Hintergrund der Klimaveränderung sei es nicht akzeptabel, immer noch an eine weitere Zerstückelung des Schlossgartens zu denken. In unmittelbarer Nähe im Hafengebiet sollten sich doch andere Flächen und Industriebrachen finden lassen. Der Innenstadt-Bewohner schließt sich der Forderung unseres Experten, Winfried van Aaken an, den Schlossgarten nicht weiter zu verkleinern, sondern ihn durch Abriss des Eisstadions wieder zu vergrößern.

"Die Artikel waren sehr gute Beiträge, um die Wahrnehmung für Mannheim und die Gleichzeitigkeit des Ungleichen zu wecken und zu schärfen, frei nach dem Motto: Aufrechter Gang ist nur möglich durch ständiges Bemühen, nicht umzufallen", dankt uns Architekt Johannes Striffler für die Gelegenheit zur Teilnahme. Jenseits der täglichen Berichterstattung "bietet eine solche Serie die Chance, mal einen übergeordneten Blick auf Themen und Zusammenhänge in den Stadtteilen zu werfen", ergänz Winfried van Aaken. "Ich bin jedenfalls jetzt schon gespannt, welches Thema Sie sich im nächsten Sommer vornehmen", so Wolffried Wenneis.