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Neckarstadt-West Einweihung der neuen Moschee des Deutsch Albanischen Islamischen Vereins

Von der Lagerhalle ins muslimische Gebetshaus

Aus einer ehemaligen Lagerhalle mit Kfz-Werkstatt wurde ein Gebetshaus, das zum Beten, Meditieren und Stille sein vor Gott einlädt. Mit mehr als 100 Gästen weihte die Gemeinde des Deutsch Albanisch Islamischen (DAI) Vereins ihre neue Moschee ein.

„Besonders stolz sind wir darauf, dass wir mit 100 Prozent eigenen Mitteln und Spenden der Gemeinde dieses Ziel erreichen konnten“, sagte der 1. Vorsitzende Amir Abdiji. Die Deutsch Islamische Gemeinde lebe einen weltoffenen Islam, fühle sich als Teil der Gesellschaft. Mit der neuen Moschee wollten sie zeigen, dass sie Teil der Stadt Mannheim sind.

Möglichkeit zur Entfaltung

Zur Geschichte erklärte Imam Nuri Berisha, dass die Gemeinde 2015 das Grundstück in der Pettenkofer Straße gekauft habe, nachdem ihre Räume in der Innenstadt aus allen Nähten platzten. Der Verein hat sich ständig vergrößert und zählt heute 200 Mitglieder. Die alte marode Kfz-Werkstatt wurde in Eigenarbeit entkernt, aufgestockt und hergerichtet, berichtet Berisha. Der Imam dankte allen Helfern und Unterstützern. Mit dem neuen Gebetshaus mit Aufenthalts-, Lern- und Besprechungsräumen wollten sie sowohl Muslimen als auch allen anderen Bürgern der Stadt die Möglichkeit geben, sich zu entfalten, sich näher zu kommen und ein besseres Miteinander zu entwickeln. Als Vertreter des Oberbürgermeisters beglückwünschte Integrationsbeauftragter Claus Preißler die Gemeinde zum neuen Gebetshaus. Der feste Ort sei „ein Signal, mit dem die Gemeinde zeige, dass sie Teil der Stadt ist“. Gerade in einer Zeit ideologischer Debatten und der Frage, wer zur Gesellschaft dazu gehöre, sei das ein wichtiges Zeichen.

Polizeipräsident Thomas Köber erklärte, er sei stolz auf „die Stadt Mannheim, die mit ihrer Durchmischung der Gesellschaft durch verschiedene Religionen und Nationen die Zukunft male“. In einer Zeit, in der Flüchtlinge im Fokus stünden, zeige sich, was die Gesellschaft aushalten könne und wo Bruchkanten seien. „Nur dann können die Menschen in Frieden leben, wenn sie niemanden ausgrenzen“, betonte Köber. Für ihn ist „das gut gebaute neue Gebetshaus ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Gemeinde in der Gesellschaft angekommen ist“.

Der evangelische Dekan Ralph Hartmann erklärte, es sei bewundernswert, was die Gemeinde hier geschaffen habe. Nicht nur Christen bräuchten eine religiöse Heimat. „Es ist wichtig für die Gesellschaft, für Mannheim und das Land, dass es solche Orte gibt, wo der Glaube lebt.“ AKIG-Vorsitzender Emir Delalic hob das Engagement von DAI im Arbeitskreis Islamische Gemeinschaft (AKIG) hervor. Für den Vorsitzenden des Migrationsbeirates, Miguel Angel Herce ist mit der neuen Moschee „ein weiteres Haus der gut funktionierenden Gemeinschaft in Mannheim entstanden“. Mikail Kibar, Vorsitzender des Muslimischen Jugendrates, sprach sich für „ein Miteinander statt übereinander Reden“ aus.

In Weiß und Gold

Anschließend nutzten die Gäste die Gelegenheit, den neuen Gebetsraum zu besichtigen: Ein Raum aus Licht, in dem bei Tag und Nacht das Gebet nicht verstummt. In Weiß und warmen Goldtönen gestaltet, strahlt der Gebetsraum etwas Übernatürliches aus, lädt zum Verweilen ein.