Stadtteile

Neckarau Pilwe erinnert mit Jahresorden an die Aufstellung des Brunnens vor vier Jahrzehnten / Miriam I. lässt sich mit 20 Prinzessinnen für Fototermin ablichten

Weich gebettet in geistiger Gemeinde

„Während andere Bewohner rund um Neckarau noch auf dem Stroh schliefen, betteten sich unsere Vorfahren sanft auf Federn“: Schmuzelnd erzählt Rolf Braun, Präsident der Neckarauer Narrengilde, gern die Legende aus der Zeit, als Neckarau noch eine selbsständige Gemeinde war, umspült von Neckararmen. Hier züchteten die Bauern besonders viele Gänse.

Lang ist es her, aber aus dieser Zeit ist der Uzname „Pilwe“, ein altes Wort für Kissen aus Gänsefedern, überliefert. Daran erinnert der Pilwe-Brunnen auf dem Neckarauer Markplatz. Entstanden ist er vor 40 Jahren. Dieses kleine, aber feine Jubiläum feiern die Pilwe mit ihrem Jahresorden.

Hoheiten in festlichen Roben

Mit mehr als 200 dieser närrischen Zierden zeichneten die Pilwe ihre Gäste beim Ordensfest aus. Genau 51 Abordnungen von befreundeten Fasnachtsvereinen fanden den Weg in die Rheingoldhalle, viele von ihnen brachten ihre Prinzessinnen in ihren festlichen Roben mit.

Zusammen mit den Uniformen der zahlreichen Elferräte ergab das im Saal ein farbenfrohes Bild. Dazu beigetragen hat ein langer mit belegten Brötchen gedeckter dekorierter Tisch. Vorbereitet hatten ihn die Pilwe-Frauen.

Die größte Last mag Braun getragen haben. Denn auch die fasnachtlichen Gäste brachten ihre Orden mit. Am Ende hingen 51 Orden um den Hals des Präsidenten.

Hinzu kam auch die Zierde der Stadtprinzessin. Mit Beifall und lautstarkem Ahoi begrüßt, beehrte ihre Lieblichkeit Miriam I. die närrische Schar. Nachdem sie ihr Motto verkündet hatte, ließ sie sich zusammen mit den knapp 20 Prinzessinnen bei einem Fototermin ablichten.

Kurze Zeit verweilte sie, um dann zum Neujahrsempfang der Stadt im Rosengarten weiter zu eilen. Mit dem Ordensfest startete die Pilwe in die eigentliche Fasnacht mit zahlreichen Veranstaltungen wie dem Rathaussturm wenige Stunden später, der Pilwe-Nacht am Samstag, 20. Januar, im Großkraftwerk, der Seniorensitzung am Sonntag, 28. Januar, in St. Jakobusaal, der Prunksitzung am Samstag, 3. Februar, im Großkraftwerk, bis hin zum Fasnachtszügl am Dienstag 13. Februar. Alles in Reichweite des Brunnens, auf den die Neckarauer so mächtig stolz sind.