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Neckarau Rektoren begrüßen Zukunftsszenario für Grundschulen / Umbau beginnt laut Stadt frühestens 2021

Weniger Schulen, mehr Platz

Wenn Schulen zusammengelegt werden, dann geht das selten ohne Reibereien ab. Aber zumindest die Entscheidung über die Zukunft der Neckarauer Grundschulen stößt bei den Beteiligten eigentlich auf breite Zustimmung. Stefan Bolay, der Leiter der Schillerschule, drückt es so aus: "Alle Beteiligten saßen an einem Tisch und haben an einem Strang gezogen "

Einen konkreten Termin gibt es noch nicht. Aber nach dem Plan, dem der Bildungsausschuss des Gemeinderats vor den Ferien zugestimmt hatte, wird die Wilhelm-Wundt-Grundschule in den kommenden Jahren mit der Schillerschule fusionieren. Im Gebäude der Schillerschule in der Luisenstraße soll dann eine fünfzügige Ganztagsgrundschule entstehen. Und die Wilhelm-Wundt-Realschule könnte das Gebäude in der Belfortstraße dann alleine nutzen.

Klassen ohne festes Zimmer

Der Gesamtelternbeirat der Mannheimer Schulen (GEB) hatte Gespräche über das Thema angestoßen, alle Beteiligten an einen Tisch geholt: Stadt, Schulleiter, Bezirksbeirat. Grund sei die große Raumnot in der Wilhelm-Wundt-Schule gewesen, erklärt GEB-Vorstandsmitglied Sabine Leber-Hoischen.

Für die insgesamt mehr als 680 Schüler beider Schularten ist das Gebäude inzwischen viel zu klein. Mehrere Realschlulklassen haben keinen festen Raum, der Werkbereich ist im Keller untergebracht.

"Die Situation hat sich immer mehr zugespitzt" sagt Realschulleiter Harald Bernhart, der umso erfreuter darüber ist, dass seine Schule das Gebäude in nicht allzu ferner Zukunft alleine nutzen kann. Auch wenn er selbst das vielleicht als Rektor nicht mehr mitmachen wird - denn Bernhart geht in drei bis vier Jahren in den Ruhestand. Er hofft für sein Kollegium auch auf eine räumliche Umgestaltung. Der bisherige Bereich für naturwissenschaftliche Fächer etwa entspreche den modernen Anforderungen eigentlich nicht mehr.

Peter Deffaa wäre theoretisch der Verlierer der Zukunftspläne, denn sein Posten als Leiter der Wundt-Grundschule wird wegfallen, wenn das Haus mit der Schillerschule fusioniert. Deffaa aber betont, dass er sich immer hinter die Sachlage gestellt habe. "Ich bin mit meiner Frau verheiratet, nicht mit meinem Schulleiterposten." Aus seiner Sicht hat der Umzug in die Schillerschule viele Vorteile, denn auch sein Kollegium leidet unter Raumnot. In der Schillerschule dagegen stehen Räume leer, da die Stadt vor drei Jahren entschieden hat, den dortigen Werkrealschulzweig auslaufen zulassen.

Die Krux: Sollte der Grundschulstandort in der Belfortstraße in einigen Jahren wegfallen, würden manche Kinder längere Wege haben - zum Beispiel die Casterfelder. Der GEB und die Parteien hatten deshalb ursprünglich ein anderes Szenario im Blick: Die Grundschulen sollten in der Wundt-Schule fusionieren, die Realschule dafür in das Gebäude der Schillerschule umziehen. Die Stadt aber drängte auf die andere Lösung, unter anderem weil sie günstiger ist: Eine vorläufige Planung für den nötigen Umbau der Schillerschule rechnet mit 14,3 Millionen Euro Kosten, ein Umzug der Grundschulen in die Wundt-Schulen hätte 28,8 Millionen Euro gekostet.

In ihrer Beschlussvorlage betont die Stadtverwaltung, dass auch in Zukunft kein Kind einen längeren Schulweg als drei Kilometer habe. Sabine Leber-Hoischen aber sagt: "Das Thema wird man im Auge behalten müssen."

Umbauten nötig

Insgesamt begrüßen der GEB und die Parteien aber ausdrücklich den Schritt, in Neckarau eine Ganztagsschule zu schaffen. Das nötige pädagogische Konzept der Schillerschule ist laut Rektor Stefan Bolay schon weit gediehen. "Das ist eine gute Lösung für die Schüler", sagt er. Dass die Grundschule in der Luisenstraße bleibt, hat laut Konrektor Thiemo Mast auch den Vorteil, dass die Ganztagsschulplanung des Kollegiums schon auf dieses Gebäude zugeschnitten ist.

Größere Umbauten sind aber nötig: Die Schillerschule braucht eine Mensa, muss auch brandschutzsaniert und barrierefrei werden. Die Stadt rechnet damit, dass die bauliche Umsetzung frühestens 2021 beginnen kann. Stefan Bolay betont deswegen auch: Noch schließt keine Schule, in den nächsten Jahren bleibt zunächst alles beim alten.