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Sandhofen Schule erhält Antirassismus-Auszeichnung / Direktorin Jutta Petri ist stolz auf ihre Schüler und Lehrer

„Wir glauben an Multikulti“

Archivartikel

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ – das ist eine Auszeichnung, auf die die Sandhofenschule besonders stolz ist. Bei einer kleinen feierlichen Zeremonie präsentierten die Schüler zusammen mit ihrem Paten, dem Künstler Jens Wieland, ihr Schild, das gut sichtbar in der Schule angebracht ist.

„Die Auszeichnung erhält man nicht einfach so“, erklärte Lehrerin Alexandra Weidner. „Dazu muss ein Antrag gestellt werden, den dann 70 Prozent aller in der Schule – von Schüler, Lehrer bis hin zum Hausmeister – unterschreiben müssen.“ Einen Paten zu suchen, ist eine weitere Vorgabe, die es zu erfüllen gilt. Poetry-Slam-Künstler Jens Wieland hatte sich dafür zur Verfügung gestellt.

2700 Schulen beteiligt

Unter den Gästen waren auch Cordula Brucker von der Landeskoordinationsstelle Baden-Württemberg für „Schulen mit Courage“, die die Urkunde überreichte. Sie erklärte, dass es derzeit mehr als 70 Koordinierungsstellen und 350 außerschulische Kooperationspartner als Unterstützer gibt. Bisher gehören diesem Schulnetzwerk mehr als 2700 Schulen in Deutschland an.

„Heute werden wir offiziell Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Dies sei ein Titel, der im aktuellen Zeitgeschehen eine besondere Bedeutung hätte, erklärten die Schulsprecher Lirida Ali und Lebeeb Khan. „Während immer mehr Menschen rechten Parolen glauben und folgen, stellen sich 385 SchülerInnen, 30 Lehrer und insgesamt 15 Nationalitäten an der Sandhofenschule dagegen und setzen mit ihrem Beitritt zu dem Netzwerk ein Zeichen“, betonte Schulleiterin Jutta Petri bei der Begrüßung. „Wir glauben an uns und wir glauben an Multikulti.“ Integration von Schülern unterschiedlichster Herkunft, verschiedenster Kulturen und Religionen dürfte kein leeres Versprechen oder eine Worthülse sein – sie muss verpflichtend sein, erklärten die Schulsprecher mit überzeugenden Worten.

In ihrer Abschlussrede bemerkte die Schulleiterin, dass dieses Zertifikat ein Auftrag sei, bei dem es gilt, daran weiter zu arbeiten, um das Schulklima zu verbessern. Petri dankte dem Kollegium und allen, die an diesem Projekt beteiligt und als Unterstützer dabei waren.

Ein Dankeschön galt auch Lehrerin Alexandra Weidner, die das Projekt an der Schule auf den Weg brachte. Der größte Dank aber ging an die Schüler der 8 a und 8 b, die als Shop & Café-Betreiber das Schild, das 105 Euro kostete, bezahlten.

Mit einem Theaterstück, Kino in der Mensa, einer Ausstellung und mit Verköstigung durch die siebten und achten Klassen ging das Fest nach dem offiziellen Teil auf der aufgebauten Bühne im Schulhof – auch musikalisch – weiter.