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Rohrhof Gewerbeverein Brühl & Rohrhof stellt Zunftbaum am „Goggelbrunnen“ auf / 24 Wappen symbolisieren örtliche Berufsgruppen

„Wollen das Handwerk unterstützen“

Langsam und majestätisch, mittels einer von Helferinnen und Helfern gedrehten Handkurbel, richtete sich der zwölf Meter hohe Zunftbaum auf dem Platz am „Goggelbrunnen“ in Brühl-Rohrhof auf.

„Es waren 16 Meter. Wir haben oben etwas kürzen müssen, damit der Baum vom Durchmesser her passt“, erklärte Organisator Ralf Schwarz vom Gewerbeverein Brühl & Rohrhof.

Viele bunte Wappen altertümlicher Zünfte, als Symbol für die ortsansässigen Berufsgruppen, hängen unterhalb des Baumkranzes. Bis Ende August bleibt der Zunftbaum ein anziehender Blickfang für alle vorbeifahrenden Verkehrsteilnehmer und Passanten auf dem Platz.

Der hölzerne Zunftbaum kommt ursprünglich sogar aus der Nachbarschaft: Eine Douglasie aus dem Schwetzinger Forst wurde für den Zunftbaum gefällt. „Douglasien, die aus dem pazifischen Nordamerika kommen, können bis zu 400 Jahre alt werden“, erläuterte Organisator Schwarz. „Der Baumstamm ist noch nicht ganz getrocknet, darum ist der Zunftbaum noch nicht angemalt.“ Wegen eines Temperatursturzes kurbelte das Helferteam, mit Unterstützung durch Bauhofarbeiter der Gemeinde, den Zunftbaum bei kühlem und wolkenverhangenem Wetter feierlich in die Höhe.

Dennoch waren zahlreiche Besucher zu Steaks und Würstchen erschienen, um sich neben den silbernen verschlungenen Metallrohren, die am Goggelbrunnen einen riesigen Hahn darstellen, zu stärken und den neuen Maibaum zu bestaunen. Auch Bürgermeister Ralf Göck (SPD) ergriff das Mikrofon und wusste um die Bedeutung des Handwerks: „Die Gemeinde baut viel. Darum brauchen wir fleißige Handwerker für die vielen Aufträge, die wir vergeben haben“, sagte er.

Auf den insgesamt 24 kunterbunten Wappen des Zunftbaumes sind zahlreiche Symbole wie beispielsweise Zirkel und Hacke, ein Teleskop mit Stern und ein altertümliches Bügeleisen zu sehen. Diese Bilder symbolisieren grafisch die Industrie und den Handel. „Wir wollen das aktive Handwerk unterstützen“, betonte Göck.

85 Unternehmen

Viele ortsansässige Unternehmen sind mittlerweile im Gewerbeverein, der aktuell 85 Mitglieder zählt, integriert – darunter Bäcker, Metzger, Sanitärtechniker und Kosmetiker. Organisator Ralf Schwarz lobt die große Bandbreite an unterschiedlichen Gewerben im Verein. Seine Frau Meike und er sind seit mehr als drei Jahren Mitglieder. Meike Schwarz betreibt in der Ketscher Straße den Friseursalon „Goldschnitt“. Als Goldschmiedemeisterin stellt sie zudem Schmuck nach Kundenwunsch her. hfm