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Neckarstadt Zum dritten Mal Hofflohmärkte „Neckarschätze“ / Planung für kommendes Jahr läuft schon

„Wollen das nachbarschaftliche Miteinander fördern“

Trotz des Wetters ließen sich die Besucher und Verkäufer bei den dritten Hofflohmärkten „Neckarschätze“, das stellenweise einem überdimensionalen Familienfest glich, die gute Laune nicht verderben. Mit Kind und Kegel ließ man sich zwischen 11 und 16 Uhr von Stand zu Stand treiben. Und während der letzten und dann endlich trockenen Stunde schwärmten noch einmal neue Besucher aus, um zwischen Fröhlichstraße und Friedrich-Ebert-Straße bei 131 Ständen auf Schnäppchensuche zu gehen.

Nicht gewerbliche Aktion

Die Flohmärkte, die im Frühjahr 2017 von der Neckarstadt-Bewohnerin Christin Fuchs initiiert wurden, sind eine gemeinschaftliche, nicht gewerbliche Aktion nur für private Teilnehmer, die für ihren Stand selbst verantwortlich sind und auch keine Gebühr entrichten müssen: „Wir wollen das nachbarschaftliche Miteinander im Stadtteil fördern. Die kostenlose Teilnahme und die eigene Verantwortung sind der Schlüssel zum Erfolg. Das soll auch so bleiben.“ Man plant, im nächsten Jahr wieder mit den „Neckarschätzen“ an den Start zu gehen.

Geboten wurde die klassische Flohmarktware: Kleidung und Accessoires, Hausrat, Schallplatten, Kleinelektronik, Bücher, Spiele, DVDs und Pflanzen sowie kleine kulinarische Stärkungen. Manuela Brandl und Ilwi Kraus nutzten die Gelegenheit, ihr Schneideratelier und ihre Vintage-Sammlung in der Verschaffeltstraße vorzustellen.

Marita Halbritter aus der Kobellstraße bot ein buntes Sammelsurium in ihrem Hof und meinte: „Ich habe Dinge, die man braucht, von denen man vorher nur noch nicht wusste, dass man sie braucht“. Dieses Konzept verfolgten auch die Nachbarn Julia Ehmke und Mike Planz mit Hund Foxy. Sie hatten sich gleich in ihre trockene Garage verzogen und stellten schon mal ein Dirndl für die kommende Oktoberfestsaison zum Verkauf.

Ein Globus mit unbestimmtem Alter für zehn Euro ging in der Eichendorffstraße weg und ein Skelett aus einer aufgelösten Mediziner-WG in der Langen Rötterstraße fand zum gleichen Preis seinen Abnehmer. Besucherin Karin Brenner aus der Friedrich-Ebert-Straße freute sich über die Neuauflage der Flohmärkte: „Ich finde das hier super, das ist für mich viel näher als der Krempelmarkt auf dem Neuen Meßplatz“. Ebenso interessant wie die Flohmarktschätze war der Einblick in die Hinterhöfe des Viertels. So überraschte Waltraud Schlepps Hof in der Fratrelstraße nicht nur mit gut erhaltener Kleidung und leckerem Rübli-Kuchen-Angebot, sondern auch mit schönem Grün in Töpfen. In der Oase von Kai Popescu und Andrea Vogt wachsen sogar Trauben. Nicht so stark frequentiert zeigte sich der westliche Teil der Neckarstadt. Hier war unter anderem das Mannheimer Arbeitslosenzentrum in der Lutherstraße mit seinem Pflanzenmarkt vertreten. Christin Fuchs wünscht sich mehr Teilnehmer in diesem Bereich und hofft: „Im Westen geht noch mehr“.

Nachbar springt ein

Ein Beispiel dafür, wie familiär die Stimmung während der „Neckarschätze“ war, nannte Anke Jacoby, die ihren Stand in der Uhlandstraße aufgebaut hatte: „Als es immer stärker regnete, kam der Nachbar von gegenüber und hat uns spontan zwei Pavillons geliehen, damit nicht alles nass wird“.