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Neckarstadt Verbundprojekt SINQ für Ältere gestartet

Zuhause selbstständig bleiben

Es ist ein wissenschaftliches Pilotprojekt in der Neckarstadt-West: Sieben Haushalte, alles Senioren im Alter zwischen 65 und 70 Jahren, testen zuhause neueste Technik, um in den eigenen vier Wänden selbstständig zu bleiben und später eventuell nicht in ein Pflegeheim zu müssen. Drei Monate sammeln sie Erfahrungen. Erste Ergebnisse werden im Herbst ausgewertet, berichtet Projektbetreuer Damian Wiench vom örtlichen Quartiermanagement.

Sechs Partner haben sich für das drei Jahre (2017 bis 2020) andauernde Vorhaben zum Verbund SINQ – „Service-Integration und Netzwerkmanagement zur Verbesserung des sozialen Zusammenlebens geriatrischer Patienten im Quartier“ – zusammengeschlossen: Das Quartiermanagement Neckarstadt-West, das Geriatrische Zentrum des Universitätsklinikums Mannheim, das Karlsruher Forschungszentrum Informatik, das Institut für Technik der Betriebsführung im DHI aus Karlsruhe, sowie die CAS AG und YellowMap AG. Ihr Ziel: ein Dienstleistungsnetzwerk zu entwickeln, in dem die Teilnehmer sich miteinander und mit Betroffenen verbinden können. „Damit werden kundenspezifische Angebote bereitgestellt, die es den Senioren oder ihren Angehörigen leichter und bequemer machen, sich zielgerichtet diejenige Dienstleistung auszusuchen und zu buchen, die sie benötigen – sei es Handwerker, Zuschüsse von den Pflegekassen oder Sanitärbedarf“, heißt es. Mit Hilfe aktuellster Hausautomation sollen die Betroffenen unterstützt und Bedürfnisse erkannt werden.

Gefördert vom Bund

Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 3,5 Millionen Euro. Gemeinsam mit der Wohnungsbaugesellschaft GBG, der Migrationsberatung des Freireligiösen Wohlfahrtsverbandes und der Seniorenberatungsstelle Neckarstadt-West habe man zunächst den Sozialraum auf Bedarfe analysiert, bevor Haushalte identifiziert und ausgewählt wurden, berichtet Wiench.

Die Teilnehmer, alle GBG-Mieter, haben zum Start einen Bewegungsmelder und einen Türkontakter erhalten – was quasi eine Weiterentwicklung des klassischen Notrufknopfes bedeutet. Im weiteren Verlauf möchte man Potenziale der Sensorik und darauf aufbauende Dienstleistungsmöglichkeiten für die Wohnungswirtschaft erforschen. Die Evaluation übernimmt das Universitätsklinikum Mannheim.