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Feudenheim Oratorienchor St. Peter und Paul singt Chormusik aus Skandinavien und Frankreich

Zuhörer danken tief ergriffen

Archivartikel

Der Oratorienchor St. Peter und Paul zauberte mit Musik aus dem hohen Norden sowie aus dem weihnachtlichen Frankreich warme Klänge in die katholische Kirche in Feudenheim. Mit der „Berliner Messe“ von Arvo Pärt und dem „Oratorio de Noel“ von Camille Saint-Saëns hatte sich die musikalische Leiterin Han Kyoung Park-Oelert zwei Werke ausgesucht, die von ihrem inhaltlichen Charakter her sehr gut in die Vorweihnachtszeit passen.

Sphärisch flirrende Klänge hatte der Chor mit der „Berliner Messe“ des Esten Arvo Pärt mit in die Dunkelheit von St. Peter und Paul gebracht. Die Musiker des Kurpfälzischen Kammerorchesters präsentierten die schlichten Motive der Messe mit mal kantigen, mal schwebenden oder wohligen Harmonien. Beim Kyrie entfaltete sich der Chor, beginnend mit den Frauenstimmen, über dem schlichten Ton der Streicher bis schließlich auch die Männer einstimmten. Das Echospiel zwischen Orchester und Chor aus dem Kyrie fand sich auch im Sanctus der Messe wieder.

Den flächigen Klängen in erdiger Tiefe der Sänger stellte Dirigentin Park-Oelert die feinen Streicherklänge gegenüber. Das Gloria und das Agnus Dei verlangten vor allem den Frauenstimmen extreme Höhenflüge ab, die sie souverän meisterten. Mit schmachtenden Streicherklängen, schönen, harmonischen Wechseln und überlegter Ruhe begann das instrumentale Zwischenspiel. Am Anfang stand das fünfminütige Adagio „Sospiri“ op. 70 von Edward Elgar, das übersetzt „der Seufzer“ heißt. Ein musikalisches Innehalten und ein nachdenkliches Stück, das zwar melancholisch, aber frei von Jammern oder Klagen klingt.

Romatische Sarabande

Die Sarabande op. 93, das einzige Werk für Streichorchester von Camille Saint-Saëns, ist von anrührender Schönheit. Ihre Magie entfaltete sich aus einer passgenauen, melodiegeleiteten Verzahnung von Orchesterapparat und Solovioline, mit Momenten äußerster Zärtlichkeit. Die hochromantische Sarabande war die perfekte Überleitung zu dem wunderbaren „Oratorio de Noël“, dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns, mit dem der Oratorienchor und die gut aufeinander abgestimmten Solisten, begleitet vom Kurpfälzischen Kammerorchester, im zweiten Teil des Konzerts begeisterten. Eine aparte Instrumentierung, lyrisch gehaltene Solo-Partien und ein schlicht geführter Chor verbinden sich zu einer pastoralen Grundstimmung. Wenn man bedenkt, dass dieser große Chorsatz mit seinen anspruchsvollen Passagen von einem Laienchor gesungen wurde, kann man den Sängern nur Hochachtung entgegenbringen.

Vor allem aber die Solisten Anabelle Hund (Sopran), Beate Mewes (Alt), Sandra Stahlheber (Mezzosopran), Christoph Wittmann (Tenor und Georg Gädker (Bass) boten eine herausragende Leistung – zusammen mit dem Kurpfälzer Kammerorchester ein Klangerlebnis mit Tiefgang und Fülle. Die Zuhörer dankten ergriffen mit großem Applaus. Mit dem gemeinsam gesungenen „Tochter Zion, freue dich!“ endete schließlich das Konzert.

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