Stadtteile

Herzogenried Tag der offenen Tür in der Waldorfschule

Zwischenmenschliche Begegnung im Mittelpunkt

Archivartikel

Offenen Unterricht, Ausstellung und Mitmachprogramm – das bot die Freie Interkulturelle Waldorfschule an ihrem Tag der offenen Schule. Für die Besucher gab es mehrere Unterrichtseinheiten zum Zusehen und Kennenlernen der verschiedenen Klassenstufen, etwa im Hauptunterricht der Ersten oder im Eurythmieunterricht (anthroposophische Bewegungskunst) der siebten Klasse. Eine gute Gelegenheit, sich mit den Fachräumen und den Hintergründen der Waldorfschule vertraut zu machen, bot der Rundgang mit Ulrich Ratzel, Lehrer einer sechsten Klasse. In allen Bereichen der Schule befinden sich große Begegnungsräume. Wie Ratzel erklärte, könne so auch außerhalb des Klassenzimmers Unterricht stattfinden, etwa zum Proben von Theaterstücken oder für Sportspiele.

Bevor die durch Studierende und Dozenten gegründete Schule in die Räumlichkeiten zog, wurden sie von einem Möbelhaus genutzt. Heute finden sich hier helle und bunt bemalte Wände, mit Weltkarten und Flaggen verschiedener Länder. Die seien durch den Einsatz von Eltern, Lehrern und Studenten anderer Länder entstanden. Der ehemalige Parkplatz ist zu einem Pausenhof mit Platz für Ballspiele und einem Gerüst für Kletter- und Geschicklichkeitsspiele geworden.

„Ein Herzstück der Schule ist unsere Mensa, in der täglich frisch und vegetarisch gekocht wird“, erklärte Ratzel. Einen besonderen Stellenwert habe der Unterricht der Begenungssprachen, der ab der ersten Klasse stattfindet. Dieser stärke die Kinder, die in den Begenungssprachen Kroatisch, Polnisch, Serbisch oder Türkisch beheimatet sind. „Sie können die anderen unterstützen, so haben sie einen Anknüpfungspunkt“, erklärte Ratzel das Konzept.

Ziel: Vorurteile abbauen

Im Vordergrund des Sprachunterrichts stehe in der Unterstufe die Kulturvermittlung, die Wissensvermittlung setze ab der Mittelstufe ein. Insgesamt sei es ein Ziel der Schule, Vorurteile abzubauen und miteinander zu leben. So werden Zuckerfest ebenso wie Laubhüttenfest gefeiert, in den Küchen auch jüdische oder islamische Speisen zubereitet. Außerdem seien die Klassen, die aus bis zu 25 Kindern bestehen, bunt durchmischt, mit Schülern verschiedener Länder und Stadtteile.

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