Südzucker

Kartellverfahren Landgericht Köln weist Klagen ab

Erfolg für Südzucker: Landgericht Köln weist Klagen ab

Archivartikel

Köln/Mannheim.Das Landgericht Köln hat Klagen mehrerer Molkereien, Gebäckhersteller und Brauereien gegen die großen deutschen Zuckerhersteller Südzucker aus Mannheim, Nordzucker aus Braunschweig sowie Pfeifer & Langen aus Köln abgewiesen. Das teilte ein Gerichtssprecher mit. Die Kläger hatten insgesamt rund 126 Millionen Euro gefordert. Sie sind der Ansicht, wegen Kartellabsprachen der drei Hersteller jahrelang zu viel für den Zucker bezahlt zu haben.

Das Bundeskartellamt hatte 2014 gegen die drei Zuckerfirmen Bußgelder in Höhe von insgesamt 280 Millionen Euro verhängt. Sie hätten ein „Gebietskartell“ gegründet, um sich beim Verkauf von Zucker nicht in die Quere zu kommen, hatte das Kartellamt moniert.

Schadenersatz müssen die drei Firmen nach dem Urteil nicht zahlen. Es könne nicht mit deutlich überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die kartellrechtswidrigen Absprachen beim sogenannten Verarbeitungszucker zu erhöhten Preisen geführt haben, entschied die 33. Zivilkammer des Landgerichts. Unter der damaligen Zuckermarktordnung hätten die drei Hersteller, die zusammen mehr als 80 Prozent des Marktes abdeckten, auch ohne Kartellabsprachen mit einiger Wahrscheinlichkeit auf Wettbewerb verzichtet.

„Kein Schaden entstanden“

Ein Sprecher des Südzucker-Konzerns erklärte: „Diese Entscheidung des Landgerichts Köln liegt uns noch nicht vor. Bevor wir eine Wertung abgeben, wollen wir die schriftlichen Entscheidungsgründe abwarten.“ Es würde allerdings die Auffassung von Südzucker bestätigen, dass Kunden durch die vom Bundeskartellamt angemahnte Vorgehensweise kein Schaden entstanden sei.

Am Mannheimer Landgericht laufen seit 2016 Kartellverfahren gegen Südzucker, Nordzucker und Pfeifer & Langen. Unter anderem fordert Nestlé einen Schadenersatz von 50 Millionen Euro. Eine Entscheidung wie in Köln ist in Mannheim noch nicht gefallen. (mit dpa)

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