Südzucker

Ethanol Mannheimer Hersteller profitiert von Preiserholung

Mannheimer CropEnergies hebt Jahresziel an

Mannheim.Tatjana Junker

Weil sich der Preis für Ethanol zuletzt wieder erholt hat, hebt der Mannheimer Hersteller CropEnergies seine Ergebnis-Prognose für das laufende Geschäftsjahr an. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, erwartet es nun ein operatives Ergebnis, das zwischen 50 und 75 Millionen Euro liegen soll. Bisher hatte CropEnergies mit einer Spanne von 30 bis 70 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz soll zwischen 820 und 860 Millionen Euro liegen.

Weitere Länder ziehen nach

CropEnergies stellt aus Getreide und Zuckersirup Ethanol her, das Benzinsorten wie E10 beigemischt wird. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen, das zum Mannheimer Südzucker-Konzern gehört, unter stark schwankenden Preisen für Ethanol gelitten. Deshalb musste es seine Gewinnprognose zwei Mal korrigieren. Inzwischen haben sich die Preise nach Angaben von Vorstandschef Joachim Lutz wieder erholt. Aktuell koste ein Liter Ethanol 58 Cent, vor einem Jahr habe er noch unter 50 Cent gekostet.

„Das zeigt, dass das Thema CO2-Einsparung wieder stärker in den Fokus gerückt ist“, sagt Lutz. Der Ausstoß von Treibhausgasen sei bei einem Liter Ethanol um 70 Prozent niedriger als bei einem Liter Benzin.

„In vielen europäischen Ländern wird derzeit nach Wegen gesucht, um die CO2-Belastung von der Straße zu kriegen“, so Lutz. Gleichzeitig seien alternative Antriebe wie Elektromobilität oder die Brennstoffzelle noch nicht voll ausgereift. Entsprechend gefragt seien Biokraftstoffe wie E10, gerade auch im europäischen Ausland. So gebe es das Produkt seit Jahresanfang an Tankstellen in Luxemburg, in den Niederlanden sei die Einführung ab Oktober geplant.

In Deutschland ist E10 auch knapp zehn Jahre nach seiner Einführung ein Nischenprodukt, der Marktanteil liegt bei unter 15 Prozent. An französischen Tankstellen verkauft sich der Biokraftstoff unterdessen deutlich besser.