Südzucker

Quartalsbericht Aktienkurs rutscht trotz guter Zahlen ab

Südzucker-Anleger verunsichert

Mannheim.Südzucker hat das letzte Quartal "in der alten Welt" hinter sich. Seit Oktober ist die Marktordnung der Europäischen Union Vergangenheit - nach fast fünf Jahrzehnten. Es gibt keine festen Produktionsquoten mehr, keine Rübenmindestpreise für Landwirte. Südzucker muss sich einem härteren Wettbewerb stellen. Das zweite Quartal von 1. Juni bis 31. August lief noch nach den alten Regeln. Der Mannheimer Konzern steigerte sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis.

"Schwächer ausgefallen"

Anleger an der Börse scheinen sich aber schon mit der Zukunft zu beschäftigen. Und die ist bekanntlich unsicher. Wie entwickeln sich die Preise in der deregulierten Welt? Ist Südzucker ausreichend vorbereitet? Trotz guter Zahlen hat der Aktienkurs verloren: um mehr als zwei Prozent. Der Index mittelgroßer Werte (M-Dax), zu dem Südzucker gehört, gewann hingegen leicht.

Analysten hatten teilweise mit noch besseren Zahlen gerechnet. Sie seien schwächer ausgefallen als erwartet, schreibt Richard Withagen von Kepler Cheuvreux. Vor allem im klassischen Zuckergeschäft habe der operative Gewinn seine Erwartung deutlich verfehlt.

Südzucker hat bereits versucht, sich auf die Neuerungen ohne Marktordnung einzustellen. So wurden die Anbauflächen erweitert, Vertrieb und Logistik umgerüstet und auch Niederlassungen außerhalb der Europäischen Union gegründet. Zum Beispiel in Israel. Neue Kunden wähnt der Konzern im Nahen und Mittleren Osten und in Asien, vor allem in China. Der Export soll gestärkt werden. Trotz aller Zuversicht hatte Konzernchef Wolfgang Heer zuletzt "schmerzhafte Rückschläge" nicht ausgeschlossen.

Prognose gilt weiter

Das operative Ergebnis des dritten Quartals wird deutlich unter dem Vorjahresniveau erwartet. Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2017/2018 aber bestätigt der Vorstand. Der Umsatz soll zwischen 6,7 und sieben Milliarden Euro (Vorjahr: 6,5 Milliarden Euro) betragen. Beim operativen Ergebnis erwartet Südzucker 425 bis 500 Millionen Euro (Vorjahr: 426 Millionen Euro).

Das Mannheimer Unternehmen stellt neben Zucker auch Lebensmittelzutaten, Fruchtsaftkonzentrate, Stärke und Tiefkühlpizza (Freiberger) her. Die Bioethanol-Tochter CropEnergies hatte diese Woche die Prognose für das laufende Geschäftsjahr moderat angehoben.

Die Kampagne - so wird die Rübenernte bezeichnet - läuft seit Anfang September. Der Ertrag soll wegen der hohen Niederschläge und der warmen Witterung im Sommer überdurchschnittlich ausfallen, heißt es.