SV Darmstadt

Fußball Beim Zweitligisten SV Darmstadt 98 laufen 13 Verträge am Saisonende aus – auch der von Trainer Dimitrios Grammozis

Überall Baustellen bei den Lilien

Archivartikel

Darmstadt.Die neue Gegengerade will der SV Darmstadt 98 zum ersten Heimspiel des neuen Jahres komplett für die Zuschauer öffnen. Doch damit ist der Umbau des Stadions am Böllenfalltor noch lange nicht abgeschlossen. Ab Sommer soll die Haupttribüne abgerissen und neu gebaut werden. Und auch im sportlichen Bereich könnte dann der nächste Umbau anstehen. Bei zahlreichen Spielern laufen die Verträge aus – ebenso bei Trainer Dimitrios Grammozis.

„Einen Fahrplan gibt es bis jetzt nicht“, sagte der 41 Jahre alte Coach mit Blick auf seine mögliche Vertragsverlängerung. „Da werden wir uns schon noch in Ruhe darüber unterhalten, da ist ja kein Druck auf dem Kessel.“ Beim Verein scheint man ebenfalls keine große Eile zu haben, hat womöglich Lehren gezogen aus der vorzeitigen Verlängerung mit Torsten Frings im Herbst 2017, der danach nichts mehr gewann, aber bis heute auf der Gehaltsliste steht.

Bei den Spielern laufen insgesamt zwölf Verträge aus, darunter die von Leistungsträgern wie Fabian Holland und Immanuel Höhn sowie von verdienten, älteren Akteuren wie Marcel Heller, Tobias Kempe oder Yannick Stark, die zuletzt aber nicht immer zum Stamm gehörten.

Brenzlige Tabellensituation

Der frühere Bochumer-Nachwuchscoach Grammozis setzt gerne auf jüngere Spieler, stellt aber klar: „Es zählt immer auch die Qualität. Wenn die Jungs, die erfahrener sind, der Mannschaft noch viel geben können, bin ich der Letzte, der diese Spieler nicht haben möchte.“

Ende Februar 2019 hatte der ehemalige Bundesliga-Spieler bei den Lilien als Nachfolger von Dirk Schuster seine erste Stelle als Cheftrainer eines Profi-Teams angetreten. Die Mission lautete, die Mannschaft erst zu stabilisieren und dann weiterzuentwickeln. Die Stabilisierung gelang mit dem vorzeitigen Klassenerhalt. „Die Weiterentwicklung dauert an“, sagte Grammozis: „Natürlich gibt es da Rückschläge.“

Auf Rang zwölf überwintern die Lilien, doch nur zwei Punkte beträgt der Vorsprung auf Relegationsrang 16. Nach der starken Rückrunde der Vorsaison waren die Erwartungen bei vielen im Umfeld höher. Den Gegenwind bekam Grammozis zu spüren – selbst wenn er nach eigener Aussage keine Internetforen liest, wo es besonders turbulent zuging.

In den letzten Spielen vor der Winterpause zeigten sich die Lilien deutlich verbessert. Gegen die Spitzenteams aus Stuttgart und Hamburg gab es jeweils einen Punkt, zudem überzeugte das Team kämpferisch. So verabschiedete man sich relativ entspannt in die Pause bis zum 6. Januar. Zur zweiten Saisonhälfte wird der Ex-Hoffenheimer Nicolai Rapp als Leihgabe von Union Berlin die Lilien in der Defensive verstärken – eine Reaktion auf den Kreuzbandriss von Mathias Wittek. Ansonsten beobachte man den Markt, heißt es vom Verein.

Nichts dran ist an Spekulationen über eine Rückholaktion von Torwart Michael Esser aus Hannover, wie Carsten Wehlmann, Sportlicher Leiter der Lilien, klarstellte. Mit 30 Spielern ist der Kader ohnehin relativ groß, zudem sind die finanziellen Möglichkeiten ziemlich beschränkt. Letztlich ist alles miteinander verknüpft: „Auf dem Verein lastet sehr viel Druck mit dem Stadionumbau. Der Verein braucht eine gewisse sportliche Stabilität, um mit wirtschaftlicher Beinfreiheit das Stadion fertigzustellen“, betonte Grammozis. „Wenn wir auf dem Platz stabil bleiben, bin ich davon überzeugt, dass wir in der zweiten Serie in ruhigere Gewässer kommen.“ dpa

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