SV Sandhausen

Fußball: SV Sandhausen gastiert bei Darmstadt 98 / Trainer Kenan Kocak verzichtet eventuell auf Paqarada und Gíslason in Startelf

Der nächste Hochkaräter

Sandhausen.

Der Spielplan der 2. Fußball-Bundesliga meint es in dieser Saison nicht besonders gut mit dem SV Sandhausen, denn es geht momentan nur gegen Hochkaräter. Von den ersten sechs Teams der Tabelle hat der SVS schon gegen drei gespielt, mit den beiden Spitzenmannschaften SV Darmstadt 98 und 1. FC Köln warten nun die nächsten beiden hohen Hürden.

Trainer Kenan Kocak will aber nicht lamentieren. „Es war klar, dass es extrem hart wird“, sagt der 37-Jährige und hat trotz der Mini-Ausbeute von je einem Punkt und Tor nichts von seiner Zuversicht und seinem Vertrauen in die Mannschaft verloren: „Die Jungs legen sich voll ins Zeug. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Knoten platzt.“

Freundschaft der Trainer ruht

Die Länderspielpause haben er und sein Trainerteam intensiv genutzt, um die Voraussetzungen für weitere Erfolgserlebnisse wie das 0:0 gegen Union Berlin zu schaffen: „Wir haben versucht, uns in jeder Einheit zu verbessern.“ Die Stärken weiter ausbauen und die Schwächen minimieren, das sei das Ziel gewesen – der Lohn dafür soll in Darmstadt herausspringen. Kocak weiß dabei sehr wohl, welche Qualität die Lilien mitbringen: „Die Darmstädter haben mit Jones und Heller extrem schnelle Spieler auf den Außenbahnen, wodurch sie ein starkes Umschaltspiel aufziehen können. Die Stürmer sind sehr viel unterwegs und bei Standards entwickeln sie eine brutale Wucht. Wir brauchen einen sehr guten Tag, um dort bestehen zu können.“

Zu SV-98-Coach Dirk Schuster hat Kocak ein freundschaftliches Verhältnis, seit er während seiner Trainerausbildung in Darmstadt hospitierte: „Ich schätze Dirk sehr und ich ziehe meinen Hut davor, wie er Darmstadt nach seiner Rückkehr wieder auf Kurs gebracht hat.“ Die Freundschaft wird am Samstag (13 Uhr, Stadion am Böllenfalltor Darmstadt) für 90 Minuten ruhen. Kocak gibt sich kämpferisch: „Wir fahren nicht nach Darmstadt, um Begleitschutz zu geben, sondern wollen unser eigenes Spiel durchbringen. Wir glauben an unsere Stärken.“ So sieht es auch Mittelfeldstratege Philipp Förster, der seine Verletzung aus dem Berlin-Spiel auskuriert hat und definitiv in der Startformation stehen wird: „Das Spiel in Darmstadt wird ein harter Brocken. Aber wir sind definitiv in der Lage, jeden Gegner in dieser Liga zu schlagen.“ Taktisch ist davon auszugehen, dass der SV Sandhausen diesmal wieder auf eine Viererkette umstellt, um die Darmstadter Außenspieler besser zu kontrollieren.

Ob Leart Paqarada seine angestammte Position links in der Abwehr einnehmen wird, steht noch nicht fest. Denn der Nationalspieler des Kosovo war genauso wie sein isländischer Teamkollege Rúrik Gíslason auf Länderspielreise. Beide kehrten zwar gesund zurück. „Aber es kommen nur Spieler infrage, die zu 100 Prozent fit sind. Denn 99 Prozent werden am Samstag nicht reichen,“ stellt Kocak klar.

Mit dabei sein könnte in Darmstadt der wiedergenesene Angreifer Karim Guedé. Dafür fällt aber Ken Gipson wohl für den Rest der Hinrunde aus. Der Rechtsverteidiger, der gerade erst eine Außenbanddehnung am Knöchel auskuriert hatte, zog sich während des Trainings im Zweikampf eine Schulterverletzung zu. Zwei Bänder sind gerissen und eine Operation scheint unausweichlich.