SV Sandhausen

Fußball Der Zweitligist SV Sandhausen steht am Samstag bei Fortuna Düsseldorf schon gewaltig unter Druck

Koschinat nimmt den ganzen Kader in die Pflicht

Sandhausen.Eines ist sicher: Der SV Sandhausen muss im Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf stabiler auftreten als die Internetverbindung am Hardtwald. Während des Pressegesprächs verloren die Journalisten am Donnerstag zeitweise den Kontakt zu Fußball-Trainer Uwe Koschinat, der gerade über die Vorbereitung seiner Mannschaft auf das am Samstag anstehende Zweitliga-Duell sprach, das um 13 Uhr angepfiffen wird.

Dabei ist gerade die Stabilität in fremden Stadien in dieser Spielzeit nicht die Stärke des SVS. Nur ein geschossenes Tor und drei Niederlagen nacheinander lassen die Schwarz-Weißen auf dem vorletzten Platz der Auswärtstabelle schmoren. „Die aktuelle Konstellation ist natürlich unbefriedigend. Wir rennen zu häufig Rückständen hinterher“ sagt Trainer Koschinat, der außerdem fordert: „Wir wollen aktiv auftreten und aktiver auf den ersten eigenen Treffer gehen. Wenn mal etwas verrutscht, dann dürfen wir auch nicht gleich die Ordnung verlieren, sondern müssen uns weiter an unseren Plan halten.“

Der Coach hat die vier sieglosen Partien in Folge in der Länderspielpause mit seinem Trainerteam und der Mannschaft aufgearbeitet. Es geht nun darum, die gezogenen Schlüsse in positive Energie umzuwandeln. Im Blickpunkt ist dabei unter anderem ein Trio: Zuletzt waren Diego Contento, Aziz Bouhaddouz und Daniel Keita-Ruel in der Öffentlichkeit von den Verantwortlichen für ihre Trainingsleistung gerügt worden. So möchte Koschinat das aber nicht stehen lassen: „Wenn einer der anderen 24 Spieler denkt, dass er mit der Ausbeute von acht Punkten aus sieben Begegnungen und dem Herschenken eines 2:0-Vorsprungs gegen Braunschweig nichts zu tun hat, dann ist er hier fehl am Platz. Es geht hier nicht um drei Spieler, alle müssen bessere Leistung bringen. Es darf nicht passieren, dass der eine mit dem Finger auf den anderen zeigt. Jeder muss vor seiner Haustür kehren. Wir brauchen eine gute Gruppendynamik, um wieder in die Spur zurückzukehren.“

Nils Röseler eine Option

Dabei kann Koschinat in personeller Hinsicht aufatmen. Mittelfeldspieler Julius Biada ist nach überstandenem Muskelfaserriss wieder zurück. „Er tut unserem Spiel sehr gut. Er bringt überraschende Elemente ein und ist ein wichtiger Teil der Mannschaft“, sagte Koschinat. „Wir müssen die weiteren Einheiten abwarten, um zu entscheiden, ob er in der Startformation stehen wird. Ganz sicher wird er aber im Kader stehen.“

In diesem wird Tim Kister hingegen fehlen. Der Innenverteidiger hatte sich im Training einen Meniskuseinriss zugezogen und war anschließend am Montag am rechten Knie erfolgreich operiert worden. Aufgrund seines Ausfalls dürfte wohl Nils Röseler erneut zum Einsatz kommen, wenn Koschinat auf einer Dreierkette setzen sollte. Hinsichtlich der taktischen Herangehensweise lässt sich der Übungsleiter aber noch nicht in die Karten schauen: „Ich habe meinen Gedankenprozess abgeschlossen, aber möchte mein Rezept noch nicht preisgeben.“

Sicher dürfte der Einsatz von Ex-Fortune Contento sein. Der Linksverteidiger kam in der Sommerpause nach einer schweren Vorsaison aus Düsseldorf, um in Sandhausen wieder an seine alte Leistungsstärke anzuknüpfen. Bisher ist ihm das über weite Strecken noch nicht gelungen. „Der Spieler benötigt einfach eine gewisse Kontinuität. Er entwickelt sich und ich bin mir sicher, dass wir an ihm noch Freude haben werden“, sagt Koschinat, der im Vorfeld sich ganz sicher mit Contento ausgetauscht hat, um noch mehr über Düsseldorf zu erfahren.