SV Sandhausen

Fußball Sandhausens Trainer Uwe Koschinat möchte hinter den Derby-Plan seines Karlsruher Kollegen kommen

„Muss Alois Schwartz spielen“

Sandhausen.Dass Uwe Koschinat facettenreich ist, hat er oft bewiesen. Ob Motivator, Baumeister oder Taktikfuchs – der Trainer des SV Sandhausen hat beim Fußball-Zweitligisten schon viele Aufgaben übernommen. Dass er aber auch ein guter Schauspieler ist, das muss Koschinat erst noch zeigen. Vor dem Baden-Kurpfalz-Derby beim Karlsruher SC am Freitag (18.30 Uhr) ist genau diese Facette gefragt, das glaubt zumindest der 47-Jährige: „Ich muss Alois Schwartz spielen und mir überlegen, was er und der KSC vorhaben.“

Angesichts der Serie von drei Niederlagen nacheinander ist der Aufsteiger nur schwer auszurechnen. Ein Systemwechsel könnte ebenso eine Option sein wie personelle Umstellungen. „Wir haben den Test gegen den FC Metz ausgewertet, und ich gehe davon aus, dass mein Kollege das Zentrum stärken möchte“, sagt Koschinat. Dabei will er von der eigenen DNA – zielstrebig und rasch in den Offensivmodus umschalten – nicht abweichen. Klar ist Koschinat aber auch: „Ich möchte mich nicht überraschen lassen.“

Förster-Wechsel im Mittelpunkt

Eine Überraschung, auf die Koschinat gerne verzichtet hätte, gab es in der trainingsfreien Woche ohnehin schon: Der Wechsel von Mittelfeldspieler Philipp Förster traf den Übungsleiter unvermittelt. Er skizziert die drei Tage vor Ablauf der Transferperiode: „Als ich nach dem Darmstadt-Sieg am Samstagmorgen auf mein Handy geschaut habe, las ich eine Textnachricht, in der stand, dass ich Präsident Jürgen Machmeier sofort anrufen solle.“ Sein erster Gedanke? „Ich habe mich gefragt, ob ich etwas falsch gemacht haben könnte.“ Doch nach dem Telefonat war klar, dass Förster den Verein wohl verlassen und beim VfB Stuttgart anheuern würde. „Wir haben uns dann zügig mit Nachfolger-Kandidaten beschäftigt“, erklärt er weiter. Schnell habe man sich intern auf Besar Halimi geeinigt. Der kosovarische Nationalspieler ist am Freitag aber noch keine Option.

Die erste Alternative für die Förster-Position im zentralen Mittelfeld ist Philip Türpitz. Ansatzweise konnte der spielstarke und torgefährliche 28-Jährige schon zeigen, dass er seinem Spitznamen „Torpedo“ auch langfristig gerecht werden könnte. Nach seiner Verletzung in der Vorbereitung tastet sich der Neuzugang, der aus Magdeburg kam, immer besser heran: „Es freut mich, wenn der Trainer mich als erste Option nennt, er hat es schließlich zu entscheiden. Ich versuche, mich im Training Tag für Tag zu empfehlen und wenn es für die Startformation reichen sollte, dann freut mich das natürlich.“ Alternative Nummer zwei ist Julius Biada, der beim geheimen Test am vergangenen Freitag beim SV Darmstadt 98 Spielpraxis sammeln durfte.

Sandhausens Mittelfeldspieler Denis Linsmayer freut sich auf das besondere Wiedersehen mit vielen ehemaligen Weggefährten auf und neben dem Rasen: „Ich habe mit Marco Thiede und Manuel Stiefler immer noch häufig Kontakt. Wir haben uns erst vor ein paar Wochen zu einem Essen getroffen – insofern beginnen da jetzt schon die Sticheleien, und vielleicht machen wir auch noch eine kleine Wette.“ Einen Einsatz gibt es noch nicht, aber vielleicht hat Coach Koschinat, der selbst keine Verbindungen zum KSC hat, noch eine Idee – dann würde noch eine weitere Rolle zu seinem bisher ohnehin schon breiten Repertoire hinzukommen.