SV Sandhausen

Fußball Zweitligist schlittert immer tiefer in die Krise

Sandhausen verpasst sich Maulkorb

Archivartikel

Sandhausen.Der SV Sandhausen befindet sich im freien Fall. Die Kurpfälzer stürzten in der 2. Fußball-Bundesliga auf den Abstiegsrelegationsplatz ab und sind nach der 0:4-Pleite bei Hannover 96 seit mittlerweile fünf Pflichtspielen tor- und sieglos. Auch abseits des Rasens geriet der SVS nach der Suspendierung des früheren Stammtorhüters Martin Fraisl in die Schlagzeilen. Der Vertrag des Österreichers wurde inzwischen aufgelöst, Ruhe ist am Hardtwald wegen der ausbleibenden Ergebnisse aber auch vor dem Spiel gegen den 1. FC Heidenheim am Freitag noch nicht eingekehrt.

Zumindest etwas stiller wird es in erster Linie nur deshalb, weil die Verantwortlichen sich selbst und den Spielern einen Maulkorb verpasst haben. Taten statt Worte, so möchten der glücklose Neu-Trainer Michael Schiele und der Sportliche Leiter Mikayil Kabaca den taumelnden Club wieder in die Erfolgsspur bugsieren.

Namhafte Profis, wenig Leistung

Ex-Trainer Uwe Koschinat hatte das nicht geschafft. Er musste Ende November nach der 0:1-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf seinen Platz räumen, obwohl er in der Mannschaft einen großen Rückhalt verspürte. Der gebürtige Koblenzer wollte mit dem SVS die einstelligen Tabellenplätze angreifen und bekam dafür den namhaftesten Kader der Vereinsgeschichte zur Verfügung gestellt. Der ehemalige Champions-League-Sieger Diego Contento wurde ebenso wie der frühere Bundesliga-Profi Alexander Esswein an den Hardtwald gelockt. Allerdings blieben sie und viele andere Profis bislang hinter den gewachsenen Erwartungen zurück.

Koschinats Nachfolger gewann seit der Jobübernahme nur eine Partie. Die erhoffte Kehrtwende unter Schiele blieb aus, die Stimmung ist schlechter als je zuvor. Eine miserable Laufleistung, die enttäuschende Chancenverwertung und haarsträubende Fehler in der Defensive sorgen dafür, dass der SVS in der Krise steckt. Inzwischen ist auch die Psyche beim schwächsten Angriff der Liga ein entscheidender Faktor. Präsident Jürgen Machmeier sagte nach der Niederlage in Hannover: „Es fehlt von allem ein bisschen, um erfolgreich zu sein.“

Torhüter gesucht

In der verkürzten Winterpause hatte Schiele mit seiner Mannschaft versucht, die Defizite aufzuarbeiten. Doch mit dem Anpfiff waren die erarbeiteten Inhalte verschwunden. Nun sollen neben einem Torhüter noch mindestens zwei weitere Spieler in der Wintertransferperiode verpflichtet werden. Das Anforderungsprofil ist klar: Kabaca sucht Profis, die die Liga kennen. Zeit, um sich einzugewöhnen, werden die Neuen aufgrund der sportlichen Talfahrt ohnehin nicht bekommen.