SV Sandhausen

Fußball Zweitligist Sandhausen muss in Aue ohne seinen Torjäger antreten

Wer ersetzt Kevin Behrens?

Sandhausen.Uwe Koschinat arbeitet in einer Branche, die sich in den vergangenen Wochen eine ganze Menge Kritik anhören musste. Der Fußballsport würde angesichts der Corona-Pandemie im Vergleich zu anderen Sparten bevorzugt werden, hieß es vielerorts. Jürgen Machmeier, Präsident des Zweitligisten SV Sandhausen, urteilte kürzlich, nachdem die Wiederaufnahme des Spielbetriebs beschlossen wurde: „Die Diskussionen müssen ein Ende haben. Auch wir wollen unserer Arbeit nachgehen.“

Wer Trainer Koschinat kennt, der weiß, dass sich der 48-Jährige eigentlich gerne ausführlich zu gesellschaftlichen und sportlichen Themen äußert. Angesprochen auf das Virus wiegelt er jedoch ab: „Ich habe Verständnis für die kontroversen Diskussionen, aber im Privaten war das nicht das Thema. Ich bin der Trainer und konzentriere mich auf meine Mannschaft. Ich habe mich aber an die Abstandsregeln gehalten, soziale Kontakte reduziert und musste mich nicht mit kritischen Sichtweisen auseinandersetzen.“

Umso mehr muss er sich dafür allerdings mit dem FC Erzgebirge Aue auseinandersetzen. Dort eröffnet der Tabellen-13. an diesem Samstag den knackigen Schlussspurt (Anpfiff: 13 Uhr). Die Sachsen stehen in der Heim-Tabelle auf dem dritten Platz und strotzen im Erzgebirgsstadion nur so vor Selbstvertrauen. „Sie sind gefestigt, haben klare Abläufe und wollen mit Sicherheit ein Ausrufezeichen setzen“, weiß Koschinat, der aber auch sagt: „Genau das wollen wir verhindern.“

Mehrere Optionen

Private Probleme, auf die der Coach nicht näher einging, verhindern indes einen Einsatz von Rúrik Gíslason. Neben dem Isländer werden auch Erik Zenga, Markus Karl – das Duo befindet sich im Aufbautraining – und Kevin Behrens (Gelbsperre) nicht zur Verfügung stehen. Speziell der Ausfall von Torjäger Behrens, der bereits elf Mal getroffen hat, beeinflusst das Offensivspiel der Schwarz-Weißen. Koschinats Plan sieht wohl vor, Mario Engels in die Spitze neben Aziz Bouhaddouz zu beordern. „Es könnte aber auch sein, dass Julius Biada von der Spielmacherposition in den Sturm und Besar Halimi in die Mannschaft rückt“, ließ sich Koschinat noch ein Hintertürchen in seinen Planungen offen.

Ungeachtet dessen bereitet der gebürtige Koblenzer seine Mannschaft gewissenhaft auf die Aufgabe vor. Mehrfach hat der SVS den Ernstfall geprobt und unter Wettkampfbedingungen sowie in Spiel-Montur im Stadion trainiert.

„Natürlich will man den gegnerischen Spieler mit Körpersprache und Nähe beeindrucken. Aufgrund der Regeln ist das aber nicht möglich, die äußeren Faktoren fallen weg – und genau darauf müssen wir uns einstellen“, sagte SVS-Trainer Koschinat.