SV Sandhausen

Fußball SV Sandhausen enttäuscht beim 0:1 gegen Magdeburg

„Wir brauchen nichts schönzureden“

Archivartikel

Sandhausen.Nichts war es mit dem Aufwärtstrend nach dem Auswärtssieg des Fußball-Zweitligisten SV Sandhausen am Mittwoch in Aue: Gestern zeigte die Mannschaft von Trainer Kenan Kocak im Heimspiel gegen den bislang sieglosen 1. FC Magdeburg eine enttäuschende Vorstellung und unterlag mit 0:1.

Christian Beck hatte für den Aufsteiger in einer der wenigen zwingenden Situationen des gesamten Spiels per Kopf getroffen (73.) und die nach dem gerade durch den ersten Saisonsieg gewonnene Aufbruchstimmung beim SVS gleich wieder Richtung Nullpunkt befördert. Denn nicht die Niederlage an sich, sondern die fehlende Einstellung ärgerte die Verantwortlichen und letztlich auch die Zuschauer. „Das war nicht das Gesicht des SV Sandhausen“, brachte es Otmar Schork, Geschäftsführer Sport, auf den Punkt. Zuvor hatte Trainer Kenan Kocak schon ernüchtert festgestellt: „Von uns war es heute keine gute Leistung in allen Bereichen, da brauchen wir nichts schönzureden.“

Gegenüber dem Aue-Spiel hatte Kocak die Startelf auf zwei Positionen verändert: Für die angeschlagenen Leart Paqarada und Philipp Förster liefen Debütant Alexander Rossipal auf der linken Außenbahn und Mohamed Gouaida im zentralen Mittelfeld auf, konnten in einer schwachen Mannschaft aber keine Akzente setzen. „Es wäre sicher anders gelaufen, wenn wir in Führung gegangen wären“, spielte Rossipal auf die gute, aber ungenutzte Möglichkeit von Fabian Schleusener (7.) an. Chancen blieben in der Folge Mangelware. Magdeburg lief die Gastgeber im ersten Durchgang hoch an und unterband so den Spielaufbau, wogegen Sandhausen nichts einfiel. Dass der Aufsteiger nach zuletzt sieben Gegentoren in zwei Spielen kompakter und defensiver stehen wollte, war zu erwarten. Kocak hatte das auch vorausgesagt und seine Mannschaft gewarnt.

„Zu viel Kraft gelassen“

Dieser Verlauf setzte sich auch in der zweiten Hälfte fort. Sandhausen wurde zwar ansatzweise etwas aktiver, ließ aber auch weiterhin Zielstrebigkeit und Kampfbereitschaft vermissen. „Ich weiß auch nicht, woran es lag“, meinte Mittelfeldspieler Denis Linsmayer und zeigte sich genauso selbstkritisch wie enttäuscht. „Vielleicht haben wir im Aue-Spiel zu viel Kraft gelassen“, mutmaßte der Isländer Rúrik Gislason. Eine Ausrede dürfe das aber nicht sein.

Fakt ist nun, dass die Sandhäuser in einem Schlüsselspiel für den weiteren Saisonverlauf unnötig drei Punkte verschenkt haben und erst einmal im Tabellenkeller feststecken. Den Mut haben sie aber nicht verloren: „Unsere Stärke war immer schon, gestärkt aus solchen Situation herauszukommen“, zeigte sich Schork nach wie vor optimistisch.