SV Waldhof

Fußball Saison soll nach langer Pause bis Ende April im Frühsommer zu Ende gespielt werden / SV Waldhof kann sofortigen Abbruch nicht durchsetzen

3. Liga findet kleinsten gemeinsamen Nenner

Archivartikel

Mannheim/Frankfurt.Gut drei Stunden suchten die 20 Vertreter der Fußball-Drittligisten und die Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt am Montagnachmittag nach einer Lösung für ein Problem, das zunehmend unlösbar erscheint. Am Ende gingen die Parteien mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner auseinander. Die Saison bleibt bis 30. April unterbrochen – wenn dann die Coronakrise eingedämmt und ein regulärer Spielbetrieb wieder möglich ist, sollen die ausstehenden elf Spieltage im Frühsommer ausgetragen werden. Dazu müsste die UEFA in ihrer Sitzung am Dienstag aber die Verschiebung der Europameisterschaft beschließen – dass dies geschehen wird, darauf deuten alle Indizien der vergangenen Tage hin.

„Der festgelegte Zeitraum orientiert sich an den aktuell vorliegenden behördlichen Anordnungen. Betroffen sind die Spieltage 30 bis 35, sollte die behördliche Verfügungslage nicht doch eine frühere Austragung zulassen“, teilte der DFB mit. Ziel der Drittligisten bleibe es, die Saison unter Ausnutzung aller terminlichen Möglichkeiten fortzusetzen und sportlich zu Ende zu spielen – „sofern dies aus gesundheitlicher und behördlicher Sicht vertretbar ist“. Peter Frymuth, als DFB-Vizepräsident Spielbetrieb und Fußballentwicklung zuständig für die 3. Liga, äußerte: „Auf uns warten gewaltige Herausforderungen – in der Gesellschaft, im organisierten Sport, in der 3. Liga. Dessen sind wir uns bewusst. Auch während der Sitzung haben uns die aktuellen Ereignisse im Land mit neuen Verfügungen immer wieder überholt. Für die 3. Liga ist die heutige Entscheidung ein nächster Schritt, um auf die weiteren Entwicklungen reagieren zu können.”

Die Meinungen waren schon im Vorfeld des Krisentreffens weit auseinander gegangen – weil auch die Interessen der einzelnen Clubs je nach Tabellenstand sehr unterschiedlich sind. Der Zweite SV Waldhof sowie die im Abstiegskampf steckenden Ost-Vereine Halle, Zwickau und Jena plädierten vehement für einen Abbruch – bei diesem Szenario würde Mannheim wohl in die 2. Liga aufsteigen, Absteiger gäbe es keine. „Die Gesundheit geht vor finanziellen Interessen! Zudem bietet eine schnelle Entscheidung für einen sofortigen Saisonabbruch jedem kleineren Verein die Möglichkeit, wichtige Managemententscheidung zur Reduzierung des finanziellen Schadens zu treffen“, sagte Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp, der die Mannheimer Profis bei einem sofortigen Saisonabbruch bis Ende Juni in Kurzarbeit schicken wollte – dann hätte die Agentur für Arbeit einen Teil der Spieler-Gehälter bezahlt. Dieser Plan geht nun nicht auf. Der SVW muss weiter die normalen laufenden Kosten bezahlen, ohne Zuschauereinnahmen zu generieren. Mit jedem Heimspiel erlöst der Club normalerweise rund 200 000 Euro, im Saisonendspurt wären mit der realistischen Aufstiegschance im Hintergrund sogar regelmäßig fünfstellige Zuschauerzahlen zu erwarten gewesen. Nun muss der Verein wieder auf Mäzen und Präsident Bernd Beetz hoffen, um ein mutmaßlich hohes sechsstelliges Defizit aufzufangen.

Auch sportlich hängen über der Zukunft weiter riesige Fragezeichen. Waldhof-Coach Bernhard Trares hat den Trainingsbetrieb seit dem vergangenen Wochenende vorläufig eingestellt. Wann die Mannheimer Profis wieder zusammenkommen, bleibt nach der Entscheidung vom Montagabend offen.

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