SV Waldhof

Aufstiegsspiele: SV Waldhof gegen KFC Uerdingen

Mannheim.Fußball-Regionalligist SV Waldhof trifft in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga auf den KFC Uerdingen. Die Krefelder sicherten sich am Sonntag mit einem 5:0-Erfolg beim SC Wiedenbrück die Meisterschaft in der West-Staffel. Zum Auswärtsspiel reisen die Mannheimer am Donnerstag, 24. Mai, nach Nordrhein-Westfalen. Da die Krefelder Grotenburg-Kampfbahn baufällig ist, sucht der KFC zurzeit ein Ausweichstadion. Im Gespräch ist die Duisburger-Zweitliga-Arena.

Am Sonntag, 27. Mai, kommt es zum Rückspiel im Mannheimer Carl-Benz-Stadion. Die genauen Anstoßzeiten werden nun in Absprache mit den übertragenden Fernsehsendern festgelegt. "Wir wollen die Relegation im dritten Anlauf endlich mit Erfolg krönen", fordert Waldhof-Stürmer Nicolas Hebisch. Der SVW unterlag am Samstag im bedeutungslosen letzten Ligaspiel beim SSV Ulm mit 0:2 (0:1).

"Ich schätze Uerdingen als sehr starken Gegner ein - mit sehr viel Erfahrung in der Truppe und einer sehr hohen individuellen Qualität, besonders in der Offensive", sagte Waldhofs Simon Tüting zum Gegner. Auch Markus Scholz lobte: "Eine richtig starke Mannschaft, die über die gesamte Spielzeit ihre Qualität unter Beweis gestellt hat und individuell exzellent besetzt ist." Team-Kollege Nicolas Hebisch verglich die Saison der Uerdinger mit der des SVW: "Sie haben eine ähnliche Saison gespielt wie wir: mit Höhen und Tiefen sowie einem Trainerwechsel." Der SV Waldhof würde jetzt alles geben, um den Traum von der dritten Liga endlich zu verwirklichen.

Die Krefelder stiegen noch unter dem Vereinsnamen Bayer 05 Uerdingen gemeinsam mit dem Waldhof 1983 in die Bundesliga auf. Größter Vereinserfolg ist der Triumph im DFB-Pokal 1985, als der Club unter Trainer Karl-Heinz Feldkamp den FC Bayern mit 2:1 schlug. Unvergessen ist auch das Uerdinger 7:3 gegen Dynamo Dresden im Viertelfinale des Europapokals der Pokalsieger in der darauffolgenden Saison. Nach einer 0:2-Hinspiel-Niederlage in der damaligen DDR und einem 1:3-Pausenstand konnte das Spiel am 19. März 1986 in einer legendären zweiten Spielhälfte durch das sogenannte "Wunder von der Grotenburg" noch gedreht werden. Statt der notwendigen fünf Tore erzielten die Krefelder mit Profis wie Matthias Herget oder Friedhelm Funkel in der zweiten Halbzeit sogar sechs Treffer. Mehr als 200 Journalisten, Spieler und Trainer wählten diese deutsch-deutsche Begegnung im Januar 2007 bei einer Umfrage des Magazins 11 Freunde zum größten Fußballspiel aller Zeiten. Nach dem Rückzug des Hauptsponsors Bayer im Jahr 1995 folgten unter dem neuen Vereinsnamen KFC Uerdingen 05 der Absturz bis in die sechstklassige Niederrheinliga und insgesamt drei Insolvenzverfahren. Erst in dieser Saison kehrten die Krefelder in die Regionalliga zurück und planen nun - unterstützt vom russischen Millionär Mikhail Ponomarev - den Durchmarsch in den Profifußball. Trainiert wird der KFC vom gebürtigen Mainzer Stefan Krämer (Arminia Bielefeld, Energie Cottbus, RW Erfurt), bekannteste Spieler sind die Ex-Profis Maximilian Beister (Hamburger SV, Mainz 05) und Christopher Schorch (1. FC Köln).