SV Waldhof

Facebook-Reaktionen auf offenen Brief des KFC-Torhüters

"Betteln hilft da nichts"

Archivartikel

Regeln sind Regeln. So kann man die Reaktionen der Facebook-Nutzer zum offenen und sichtlich emotionalen Brief des Torwarts René Vollath vom KFC Uerdingen zusammenfassen. Ein Leser schreibt auf der Facebook-Seite des Torwarts, dass es ums Geschäft ginge, wo es keinen Platz für Emotionen gebe. Wenn von Seiten des Vereins tatsächlich Fristen versäumt  wurden, dann sei es nicht die Schuld des DFB, sondern die der Geschäftsführung des KFC.  "Betteln hilft da nichts", heißt es in vielen Post. Michael Fio schreibt: „Wenn ich euren Investor sehe, der jetzt schon droht sein Engagement zurückzuziehen, wenn es die Lizenz nicht gibt, dann bin ich froh, dass ihr nicht aufsteigt.“ Noch einen Investor geführten Club brauche nämlich kein Mensch. Für die Spieler tue es ihm zwar Leid, in der dritten Liga möchte er trotzdem lieber Mannheim sehen.  

„Lieber DFB, wenn wir schon so emotional werden, dann schauen sie sich doch bitte die Benz-Baracken in Mannheim auf RTL2 an“, schreibt Ste Van Den Pard vergnügt. Da wäre ein direkter Aufstieg in die zweite Liga das Mindeste.

Die Neuigkeit keimt für einige Nutzer aus Mannheim neue Hoffnung auf. Sie sehen jetzt eine Chance für den SVW: „Der Waldhof würde es sportlich nicht verdienen aufzusteigen, aber wünschenswert wäre es schon“, schreibt Tonino Fantauzzo auf der Facebook-Seite des Mannheimer Morgen. Ein anderer Leser sieht das ebenso und schreibt, dass in diesem Fall auch die Vorfälle am vergangenen Sonntag keine Rolle spielen würden. "Wir haben für den Traum hart gekämpft, wir verdienen es", schreibt er weiter.

So sehr die Enttäuschung über eine möglicherweise kleinen Formfehler auch vorherrschen mag: Der Brief über Existenzängste und arme Schwangere seien völlig deplatziert, schreibt Christan Benz auf der Facebook-Seite des Mannheimer Morgen. „Hätte der SVW sportlich gewonnen, wären dann auch Existenzen beim KFC gefährdet und sie würden alle dem Hungertuch nahe sein?“, fragt er weiter. Dass der KFC sportlich gesehen den Aufstieg verdient, sei seines Erachtens unstrittig. Aber Regulierungen seien nun mal dafür da, eingehalten zu werden. „Ein aus Ihrer Sicht verständlicher Versuch auf die Tränendrüse zu drücken“, schreibt er an Vollath, „darf jedoch nicht zum Erfolg führen.“ Sonst bräuchte man keine Regularien mehr und der DFB ließe Vereine künftig nach Sympathie oder moralischem Recht aufsteigen. Wenn der KFC tatsächlich die Frist nicht eingehalten hat, bedeute das für den Deutschen Fußball-Bund nur eins: Aufstieg für den im Relegationsspiel unterlegenen Verein, also für den SVW, schreibt er.

Eine Leserin schreibt unter dem Post auf der Facebook-Seite des Uerdinger Torwarts, dass sie wenig Verständnis dafür habe, wie fahrlässig der Verein mit "diesen Dingen" umgegangen sei. Das alles sei für die Spieler und die Fans katastrophal. Damit bezieht sie sich auf möglicherweise zu spät eingereichte Lizenzunterlagen seitens des KFC Uerdingen. Ein anderer Leser ist der Meinung, dass der Brief falsch adressiert sei: Der Torwart hätte sich nicht an die DFB, sondern an die Verantwortlichen des Vereins wenden müssen.

Torhüter René Vollath vom KFC Uerdingen hatte sich am Donnerstagmittag mit einem offenen und emotionalen Brief auf seiner Facebook-Seite an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) gewandt. Zuvor war bekannt geworden,  dass eine möglicherweise zu spät hinterlegte Finanzreserve den KFC den Aufstieg kosten könnte.

Das Relegationsrückspiel in Mannheim war wegen Krawallen im Carl-Benz-Stadion abgebrochen worden. Das Spiel ging 2:1 für den KFC aus und wurde später mit 2:0 für Uerdingen gewertet. Das Hinspiel in Duisburg hatte der KFC mit 1:0 für sich entschieden.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) untersucht am Montag einen möglichen Formfehler im Zulassungsverfahren, der Uerdingen den Erfolg kosten könnte und den SV Waldhof den Aufstieg in die 3. Liga ermöglichen würde. 

Die Entscheidung zum Zulassungsantrag des KFC Uerdingen für den Aufstieg in die 3. Liga wird der DFB am Montag, 4. Juni, voraussichtlich ab 17.30 Uhr bekanntgeben.

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