SV Waldhof

DFB-Bundesgericht hält an Drei-Punkte-Abzug für SV Waldhof fest

Archivartikel

Frankfurt.Niederlage für Fußball-Regionalligist SV Waldhof: Das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat im Berufungsverfahren am Dienstag in Frankfurt den Drei-Punkte-Abzug für die Mannheimer in der laufenden Saison bestätigt. Der Vertreter des DFB-Kontrollausschusses hatte in seinem Plädoyer einen Abzug von sechs Punkten gefordert. Vor dem DFB-Bundesgericht waren die Mannheimer am 5. Juli wegen des Spielabbruchs in der Relegation gegen Uerdingen Ende Mai zu einem Drei-Punkte-Abzug in dieser Saison verurteilt worden. Dagegen hatte der SVW Berufung eingelegt.

„Wir haben hier Vorfälle, die so exorbitant schwer sind, dass wir mit der ganzen Klaviatur spielen müssen. Wir kommen hier nicht um einen Punktabzug herum“, sagte der Vorsitzende Richter Achim Späth. Die Geldstrafe wurde von 40.000 auf 25.000 Euro reduziert, einen Teil davon dürfen in Maßnahmen zur Sicherheit und Gewaltprävention investiert werden. Das DFB-Gericht stellte außerdem dem SVW in Aussicht, dass die Fanszene auf die Otto-Siffling-Tribüne zurückkehren kann, wenn ein tragfähiges Sicherheitskonzept mit dem Verband erarbeitet worden ist. 

Der Club prüft nach Angaben seines Geschäftsführers Markus Kompp nun weitere juristische Schritte. Man werde das schriftliche Urteil abwarten und dann entscheiden, ob man noch eine weitere Runde gehe, sagte er der Deutschen Presse-Agentur nach der Verhandlung in Frankfurt. "Wir müssten jetzt prüfen, ob wir vor das ständige Schiedsgericht gehen müssen oder vor das Landgericht Frankfurt können", sagte er.

Kompp hält es weiter für falsch, die Spieler für ein Fehlverhalten der Fans zu bestrafen. "Wir haben das zur Kenntnis genommen, dass wir gelobt, gelobt, gelobt wurden für unsere Arbeit", sagte Kompp. "Das war aber glaube ich ein bisschen ein Kampf gegen Windmühlen, da mit Inhalten gegen den Punktabzug vorzugehen."

Die Mannheimer waren am 5. Juli wegen des schuldhaften Herbeiführens eines Spielabbruchs in Tateinheit mit nicht ausreichendem Ordnungsdienst und unsportlichem Verhalten der Anhänger mit einem Abzug von drei Punkten für die Saison 2018/19, einer Geldstrafe in Höhe von 40 000 Euro und mehreren Auflagen belegt worden. Bereits im Vorfeld hatten sich Trainer Bernhard Trares und Geschäftsführer Markus Kompp deutlich positioniert und eine Minderung der auferlegten Strafen gefordert.

Im Playoff-Rückspiel um den Aufstieg in die 3. Liga am 27. Mai hatten Mannheimer Anhänger Rauchbomben und Böller auf das Spielfeld geworfen. Schiedsrichter Patrick Ittrich aus Hamburg hatte die Partie daraufhin in der 82. Minute beim Stand von 2:1 für Uerdingen unter- und sie schließlich nach weiteren Ausschreitungen abgebrochen.

Nach zehn Spieltagen in der Regionalliga Südwest steht Mannheim mit sechs Punkten Vorsprung auf den SSV Ulm 1846 auf Rang eins der Tabelle.

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