SV Waldhof

DFB legt Berufung gegen Waldhof-Urteil ein

Mannheim.Fußball-Regionalligist SV Waldhof wartet weiter auf die drei Punkte aus dem gewonnen Prozess gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) vor dem Frankfurter Landgericht, doch in die Sache kommt nun Bewegung: So hat der DFB inzwischen – wie angekündigt – Berufung gegen das Urteil eingelegt, am Dienstag wurde auch der Anwalt des SVW davon unterrichtet.

„Der Richterspruch des Landgerichts Frankfurt deckt sich nicht mit unserer Rechtsauffassung. Deshalb haben wir Berufung eingelegt“, bestätigte DFB Vize-Präsident Rainer Koch am Mittwoch auf Anfrage. Hinterlegt der SVW nun eine Sicherheit über 100 000 Euro für künftige Gerichtskosten, müssen die Punkte umgehend gutgeschrieben werden. Der Regionalliga-Primus geht allerdings nicht davon aus, dass das noch vor dem Spiel bei den Offenbacher Kickers (Samstag, 14 Uhr) geschehen wird.

Die 6. Zivilkammer des Frankfurter Landgerichts hatte der Klage des Südwest-Tabellenführers am 20. März stattgegeben, der sich gegen den vor der Saison wegen des Spielabbruchs in der Relegation gegen Uerdingen vom Deutschen Fußball-Verband (DFB) verhängten Drei-Punkte-Abzug gewehrt hatte. Die Rücknahme der Strafe ist laut dem Vorsitzenden Richter Richard Kästner „vorläufig vollstreckbar“. Das heißt, dass dem SVW die Punkte wieder zugesprochen werden – selbst wenn der DFB in Berufung geht.

„Das ist nicht nur ein Sieg für den Waldhof, sondern auch für den Fußball“, sagte SVW-Geschäftsführer Markus Kompp in einer ersten Reaktion direkt nach dem Urteil und betonte damit die grundsätzlichen Auswirkungen: Zunächst vom SV Waldhof angeführte Verfahrensfehler oder eine eventuelle Willkürlichkeit bei der Strafzumessung durch den DFB fielen laut Richter Kästner nicht ins Gewicht. Das Landgericht berief sich in einer ersten mündlichen Urteilsverkündung vielmehr auf das oberste Satzungsziel des DFB, einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten. „Ein Punktabzug ist daher nur gerechtfertigt, wenn er dazu dient, einen unfair (...) erlangten Vorteil wieder rückgängig zu machen“, sagte Richter Kästner. Der verhängte Punktabzug entfalte dagegen Wirkung auf die nächste Saison und benachteilige die Spieler, die für die sanktionierten Zuschauerausschreitungen im Relegationsspiel gegen Uerdingen nicht verantwortlich seien.

Im Playoff-Rückspiel um den Aufstieg in die 3. Liga am 27. Mai hatten Mannheimer Anhänger Rauchbomben und Böller auf das Spielfeld geworfen. Schiedsrichter Patrick Ittrich aus Hamburg hatte die Partie daraufhin in der 82. Minute beim Stand von 2:1 für Uerdingen unter- und sie schließlich nach weiteren Ausschreitungen abgebrochen.

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