SV Waldhof

Die Initialzündung

Als der SV Waldhof nach der 1:3-Niederlage beim VfB Stuttgart II Mitte Oktober Trainer Gerd Dais beurlaubte, hatten die Mannheimer 13 Punkte Rückstand auf Kickers Offenbach. Eine riesige Hypothek, die der SVW schrittweise abarbeitete – und spätestens mit dem 1:0-Derbyerfolg auf dem Bieberer Berg in eine glänzende Ausgangslage zum erneuten Einzug in die Aufstiegsspiele zur 3. Liga verwandelte. Der clevere und abgezockte Auftritt des Waldhof vor einer Zweitliga-Kulisse kann zu der Initialzündung werden, die das Team durch die entscheidenden Wochen dieser Saison trägt. Wer Offenbach und Saarbrücken auf eigenem Platz schlägt, dem ist auch in den nervenzehrenden K.o.-Duellen Ende Mai alles zuzutrauen – selbst wenn der Gegner 1860 München heißen sollte.

Bis es soweit ist, müssen die Mannheimer natürlich erst einmal ihre verbleibenden Hausaufgaben erledigen, die in die Unterkapitel Schott Mainz, Koblenz, Hoffenheim II, Steinbach und Ulm gegliedert sind. Seit diesem für den blau-schwarzen Gemütszustand so wichtigen emotionalen Samstagnachmittag wissen die Waldhöfer, wie die Rechnung aufgehen kann: Mit vier Siegen aus den restlichen fünf Partien ist der Traditionsverein auf jeden Fall wieder in der Relegation dabei, bei Patzern der Konkurrenten Offenbach und SC Freiburg II reicht sogar weniger.

Wenn das klappt, und seit Offenbach spricht fast alles dafür, wäre das eine nicht hoch genug einzuschätzende Leistung. Dreimal nacheinander in die Aufstiegsspiele einzuziehen – das hat noch kein Verein zuvor geschafft. Und das in einer schwierigen Saison, in der beim SVW mit Dais, Michael Fink sowie jetzt Bernhard Trares drei Trainer an der Seitenlinie standen und in der das bittere Scheitern von Meppen vor allem im ersten Halbjahr atmosphärisch noch nachwirkte.

Was den treuen Fans in Blau-Schwarz, um die den SVW so mancher Bundesligist beneiden dürfte, vor allem Hoffnung mit Blick auf die Relegation machen kann: Im Gegensatz zu den beiden Vorjahren sieht es so aus, als erreiche die Mannschaft auf der Zielgeraden der Saison ihre Bestform. Das ist auch ein Verdienst von Trares, der seit seiner Amtsübernahme im Januar eine unübersehbare fußballerische Weiterentwicklung angestoßen hat. Und – fast genauso wichtig: Die fantastische Unterstützung in Offenbach hat demonstriert, dass die Euphorie ins Umfeld zurückgekehrt ist.

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