SV Waldhof

Blick in den Norden Viermal schon zog Oberligist Bremer SV in Play-off-Spiele um den Aufstieg ein, viermal jubelten am Ende andere – Aufgeben ist aber keine Option

Ein Verein kämpft gegen den Relegationsfluch

Archivartikel

Bremen.Zweimal ist der SV Waldhof Mannheim bislang in der Aufstiegsrunde zur 3.Liga gescheitert. Doch es gibt einen Club, der diese Marke locker überbieten kann. Der Bremer SV ist in den letzten vier Jahren hintereinander (!) jeweils als Meister der Oberliga Bremen in der Relegationsrunde zur Regionalliga gescheitert. „Natürlich würden wir es gerne sehen, dass der Meister direkt aufsteigt“, seufzt Gerd Lenk, Sportlicher Leiter beim Bremer SV: „Der Norddeutsche Fußball-Verband hat das aber blockiert, was uns bislang noch niemand richtig erklären konnte.“

Das direkte Aufstiegsrecht in die Regionalliga Nord hat lediglich der Meister der Niedersachsen-Liga, die Meister aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen ermitteln gemeinsam mit dem Niedersachsen-Vizemeister zwei weitere Aufsteiger. Der Frust und das Unverständnis in der Hansestadt sind ähnlich groß wie in der Quadratestadt, wo der Waldhof als Meister im Jahre 2016 (gegen Lotte) und als Vizemeister 2017 (gegen Meppen) in der Relegation ebenfalls das Nachsehen hatte.

Der große Crash in dieser Saison

Besonders bitter verlief die Aufstiegsrunde für den Bremer SV im Jahr 2015. „Es war eine Dreierrunde und die beiden Erstplatzierten stiegen auf. Wir waren im dritten Spiel zum Zuschauen verdammt und Hildesheim musste genau 3:2 gegen Schilksee gewinnen, damit am Ende beide aufsteigen würden. Am Ende lautete das Ergebnis 3:2“, schildert Lenk, der eine Absprache der beteiligten Vereine witterte. „Der Frust war enorm groß, aber wir sind auf ein Neues angetreten.“

In der Vorsaison holte sich der Bremer SV mit 29 Siegen und einem Remis und einem Torverhältnis von 140:15 zum vierten Mal in Folge die Oberliga-Meisterschaft, scheiterte aber in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord am FC Altona 93 (0:1) und Eutin 08 (0:2). Und auch in dieser Saison war der Club aus dem Schatten des großen SV Werder angetreten, um der ungeliebten Oberliga zu entfliehen. „Es gibt nur wenige Vereine, die hier mithalten können. Hier kann man sich einfach nicht entwickeln“, findet Lenk.

Bis zur Winterpause war der BSV auch klar auf Kurs Meisterschaft und neuerlicher Qualifikation für die Aufstiegsrunde, doch dann kam es zum Crash. Der Trainer wurde entlassen, mit ihm erklärten sich 19 Spieler solidarisch und verließen den Verein. „Wir haben 19 neue Spieler geholt und konnten so die Saison nicht mehr retten“, sagt Lenk.

Die klare Tabellenführung wurde verspielt und nun greift der Brinkumer SV in der Relegation an. Die Gegner dann heißen FC Teuronia Ottensen, Holstein Kiel II und voraussichtlich VfL Oldenburg. Für den Bremer SV gibt es einen neuen Angriff in der nächsten Saison. Der neue, bundesligaerfahrene Trainer Ralf Voigt, der einst unter anderem für Fortuna Düsseldorf, den 1. FC Saarbrücken und den SV Meppen kickte, soll dann im fünften Anlauf die Fans zum Jubeln bringen.

Zum Thema