SV Waldhof

Appell SV Waldhof und 1. FC Kaiserslautern rufen in einer gemeinsamen Stellungnahme alle Fans zum Verzicht auf Randale auf

„Hass und Gewalt gehören nicht zum Fußball“

Archivartikel

Mannheim/Kaiserslautern.Es ist am Ende nur ein Fußballspiel. In einem gemeinsamen offenen Brief haben die Verantwortlichen des SV Waldhof und des 1. FC Kaiserslautern die Fans beider Clubs dazu aufgerufen, auf jegliche Gewalt und Randale im Zuge des ersten Südwest-Derbys seit 18 Jahren am Sonntag (13 Uhr, Fritz-Walter-Stadion) in der 3. Fußball-Liga zu verzichten.

„Ob in der Pfalz oder in der Kurpfalz, jeder fiebert diesem Spiel entgegen, jeder möchte seine Mannschaft gewinnen sehen. Ob bei den Blau-Schwarzen oder den Rot-Weißen, bei jedem kribbelt es vor diesem Spiel etwas mehr als sonst. Und genau das ist ein echtes Derby – und genau so soll es auch sein“, heißt es dort. „Daher wünschen sich die Verantwortlichen beider Clubs auch, dass an diesem Sonntag die großen Emotionen auf beiden Seiten ausgelebt werden. Auf und auch neben dem Platz. (. . .) Wir wünschen uns daher lautstarke Gesänge aus den Kurven, ohrenbetäubende Anfeuerungen und kreative Fanaktionen. Und auch die ein oder andere kleine Stichelei gegen den Konkurrenten gehört für uns zu einem Derby dazu. Was für uns jedoch nicht zu einem Fußballspiel gehört, ist jegliche Form von Hass und Gewalt.“

Auch Trares schaltet sich ein

Die Stimmung war durch das Beschmieren der Mannheimer Stadteinfahrt mit dem FCK-Logo und der mutmaßlich von Personen aus dem SVW-Umfeld durchgeführten „Köpfung“ zweier Figuren am Lauterer Elf-Freunde-Kreisel angeheizt worden. Auch Waldhof-Trainer Bernhard Trares forderte die Fans dazu auf, die Mannschaft lautstark, aber ohne Randale anzufeuern. „Das Wichtigste wird sein, friedlich zu sein. Dass die Leute das Spiel mit gutem Sportsgeist angehen. Die sollen uns auf dem Platz kämpfen lassen. Eine Bitte an die oben auf der Tribüne: Haltet euch zurück!“, sagte der 54-Jährige.

Die Lauterer Polizei will nach eigenen Angaben konsequent auf die Trennung beider Fanlager achten. Schon bei der Ankunft der Sonderzüge am Hauptbahnhof werden die SVW-Fans in Empfang genommen und auf den Betzenberg begleitet. Mit dem Auto anreisende Waldhof-Anhänger sollen ausschließlich den 15 Gehminuten vom Fritz-Walter-Stadion liegenden Messeparkplatz nutzen, um Sachbeschädigungen zu vermeiden.

Beide Clubs hoffen, dass die Beamten am Sonntag möglichst wenig zu tun bekommen. „Ob im Vorfeld oder am Spieltag, Gewalt hat beim Fußball wie auch sonst überall nichts zu suchen. Nicht im Vorfeld, nicht auf der Anreise, nicht im Stadion oder nach dem Spiel. Daher appellieren wir an alle Fans, diesen Spieltag zu einem stimmungstechnischen Höhepunkt zu machen“, schreiben SVW und FCK in ihrer gemeinsamen Stellungnahme. „Zu einem Tag, an dem die Fans beider Vereine einmal mehr zeigen, dass man die ganz großen Emotionen nicht in der Bundesliga suchen muss. Zu einem Tag, an dem von Mannheim bis Kaiserslautern echtes Derbyfeeling aufkommt. Zu einem Tag, den alle Fans genießen können. Für Ausschreitungen und Straftaten ist da definitiv kein Platz. Hass und Gewalt grenzen aus – der Fußball aber verbindet!“

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