SV Waldhof

SVW- und KSC-Kapitäne richten sich vor Derby an Fans / Polizei informiert über Sicherheit und Verkehr

"Kein Platz für Anfeindungen, Gewalt und Pyrotechnik"

Mannheim/Karlsruhe.Drittligist Karlsruher SC (KSC) empfängt am Mittwoch (17.30 Uhr) Regionalligist SV Waldhof Mannheim im Halbfinale des bfv-Rothaus-Pokals. Da das Spiel als Hochrisikospiel gilt, haben sich die Kapitäne der beiden Mannschaften und die Polizei mit Briefen an die Fans gewandt.

„Wir wissen aus der Vergangenheit, wie viele Emotionen diese Partie auslöst, deshalb wenden wir uns in unserer Funktion als Mannschaftskapitäne der beiden Mannschaften an Euch“, schreiben SVW Kapitän Hassan Amin und KSC-Kapitän Kai Bülow.

Auch die Spieler freuen sich auf die Partie und jede Mannschaft werde alles in die Waagschale werfen, um am Ende ins Finale einzuziehen. Beide Kapitäne sind sich einig: „Wir wünschen uns, dass bei dieser Begegnung ausschließlich das sportliche Kräftemessen im Vordergrund steht.“ Das wollen die Mannschaften im Namen der beiden Vereine nachdrücklich zum Ausdruck bringen. „Wir wünschen uns ein sportliches Kräftemessen mit allem, was ein Derby ausmacht. Aber wir sind – bei allen Emotionen – der festen Überzeugung: Am Mittwoch ist kein Platz für Anfeindungen und Hasstiraden, für Gewalt und Pyrotechnik“, heißt es in dem Schreiben von Amin und Bülow. Sie bitten die Fans um Unterstützung und darum, auf friedlichem Weg alles für ihre Farben zu geben. „Alles andere brauchen wir nicht für ein gelungenes Fußballfest – und genau das wollen wir“, heißt es abschließend.

Polizei kündigt strikte Trennung der Fans an - Alkoholverkaufsverbot im und rund um das Wildparkstadion 

Auch die Polizei hat sich mit Briefen an die Fans der beiden Vereine gewandt. Dadurch erhofften sich die Beamten „einen Effekt zur Verhinderung von gewalttätigen Auseinandersetzungen“. „Trotz der Rivalität der Anhängerschaften appellieren wir an die Vernunft aller Fußballbegeisterter und vertrauen auf Ihre sportliche Fairness, damit jeder Zuschauer das Derby friedlich erleben kann“, heißt es in dem Brief von Polizei-Einsatzleiter Lutz Schönthal. Die Polizei stehe jedem Fan neutral gegenüber und möchte allen die Voraussetzungen für die bestmögliche Unterstützung Ihrer Mannschaft schaffen.  Dies könne jedoch nur gelingen, wenn sich jeder Anhänger an die Spielregeln hält und zu einem friedlichen Verlauf beiträgt. „Randale, Aggressionen jedweder Art, gewaltbereites beziehungsweise gewalttätiges Verhalten sowie die Begehung von Straftaten werden nicht toleriert.“  

Polizei-Einsatzleiter Lutz Schönthal kündigt an, für eine strikte Fantrennung zu sorgen. Zudem besteht im und rund um das Wildparkstadion ein absolutes Alkoholverkaufsverbot.

Ebenfalls werden sogenannte Anti-Konflikt-Teams im Einsatz sein. Die geschulten Polizisten werden durch eine gelbe Warnweste mit entsprechender Aufschrift auf dem Rücken erkennbar sein und sollen offensiv den Dialog fördern, Fans ansprechen und für gegenseitiges Verständnis sorgen.

"Auch wenn sportliche Rivalität zum Fußball dazugehört, darf diese nicht in gewalttätige Aktionen oder Randale innerhalb oder außerhalb des Stadions ausarten“, heißt es in einer Mitteilung. Die Polizei werde bei Auseinandersetzungen zwischen den Fanlagern, aber auch gegenüber Polizeibeamten konsequent durchgreifen. Zudem weisen die Beamten darauf hin, dass das Vermummen oder Abbrennen von Pyrotechnik verboten ist.

Fans müssen sich auf Verkehrsbehinderungen einstellen

Da die Anreisephase zum Spiel in die Zeiten des Feierabendverkehrs fällt, wird mit erheblichen Verkehrsbehinderungen im Karlsruher Stadtgebiet zu rechnen sein. Hinzu kommt eine Baustelle auf dem Adenauerring zwischen Stadion und Durlacher Tor. Ab 15.30 Uhr und bis zum Ende der Abreisephase wird der Adenauerring auf Höhe des Stadions für den Fahrzeugverkehr komplett gesperrt sein, teilt die Polizei mit.

Die Fans des KSC werden gebeten, bei der Anreise den Adenauerring von westlicher Seite her (Mühlburger Tor) zu befahren. Die Gäste aus Mannheim sollen über die Theodor-Heuss-Allee anfahren. Die Polizei empfiehlt, ganz auf das Auto zu verzichten und öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Die Stadionkassen und -eingänge werden eineinhalb Stunden vor Anpfiff geöffnet sein.

Auch die Bundespolizei wird im Bereich der Bahnanlagen und Bahnhöfe im Einsatz sein, um die Fans "in Empfang zu nehmen" und Konfrontationen zwischen den Fanlagern zu verhindern.  Gewalttaten und sonstige Ordnungsstörungen wollen die Beamten mit starker Polizeipräsenz unterbinden. Für die Fußballfans des SV Waldhof Mannheim wird ein zusätzlicher Zug der Deutschen Bahn AG ab dem Hauptbahnhof Mannheim bis zum Hauptbahnhof Karlsruhe eingesetzt werden. Dieser bietet eine Kapazität für etwa 400 Reisende. 

Für bahnreisende Fans des SV Waldhof Mannheim wurde ein direkter Bustransfer vom Hauptbahnhof Karlsruhe zum Wildparkstadion und zurück organisiert. Dieser Service wird den Fans ab etwa 16 Uhr am Südausgang des Hauptbahnhofs bereitstehen. Die Sonderbusse werden unmittelbar vor dem Gästeeingang des Wildparkstadions (Eingang Ost) halten. Nach dem Spiel erfolgt der Rücktransfer vom Eingang Ost zum Hauptbahnhof. Dort wird auch ein zusätzlicher Zug zum Hauptbahnhof Mannheim bereitgestellt. Um wichtige Informationen zeitnah an die Fans und an Reisende geben zu können, wird die Bundespolizei den Einsatz auf dem Twitter-Account der Bundespolizeidirektion Stuttgart (Twitter: @bpol_bw) begleiten. 

Fans sollten beachten, dass es erhebliche Einschränkungen des Parkraumes am Karlsruher Hauptbahnhof gibt, falls sie erwägen, mit dem Auto dort anzufahren. Für die mit Reise-, Kleinbussen oder Pkw anfahrenden Fans sind auf dem östlichen Teil des „Birkenparkplatzes“, unmittelbar gegenüber dem Stadion, Gästeparkplätze reserviert. Die Zufahrt zu dem freigehaltenen Teil des Parkplatzes ist nur über die Theodor-Heuss-Allee und nicht aus westlicher Richtung über den Adenauerring (zum Beispiel vom Mühlburger Tor her) möglich. Für anreisende Fans über die B 36 wird auf das Hinweisschild an der Ausfahrt Eggenstein hingewiesen. Hier wird gebeten, über die L 604 in Richtung Waldstadt abbiegen. Der Weg zum Gästeparkplatz ist ausgeschildert.

Zum Ende des Spiels wird die Sperrung des Adenauerrings auch auf den Fußgängerverkehr ausgeweitet. So will die Polizei die Fangruppen auf Distanz halten. Ebenfalls kündigt die Polizei an, dass zum Ende der Begegnung aus Sicherheitsgründen ein Verweilen im Gästebereich des Stadions notwendig sein wird. Die mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereisten KSC-Fans sollten dann den Weg durch den Schlossgarten zu den Straßenbahnhaltestellen "Marktplatz" und "Kronenplatz" nehmen. (dls) 

Brief der Kapitäne Hassan Amin und Kai Bülow an die Fans 

Brief der Polizei an die SVW-Fans 

Brief der Polizei an die KSC-Fans

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