SV Waldhof

Fußball SV Waldhof schlägt Aufsteiger SC Hessen Dreieich trotz eines zweimaligen Rückstands am Ende verdient mit 4:2

Mit Moral zum ersten Heimsieg

Mannheim.Der SV Waldhof ist in dieser Saison offenbar mit Nehmerqualitäten ausgestattet. Nicht nur, dass der Regionalligist den Fehlstart gegen Ulm in Hoffenheim schnell korrigierte, gestern Abend ließen sich die Mannheimer beim 4:2 (1:1) gegen den SC Hessen Dreieich auch von einem zweimaligen Rückstand nicht beeindrucken. Vor rund 3000 Zuschauern, aber einmal mehr einer nur spärlich besetzten Fan-Kurve, drehten der starke Timo Kern, Dorian Diring und Maurice Deville die Partie gegen den Aufsteiger.

„Ich bin froh, dass wir diese Moral gezeigt und das Spiel noch gedreht haben. Am Ende ist der Sieg sogar etwas zu hoch ausgefallen, weil sich Dreieich hier sehr gut präsentiert hat“, sagte Waldhof-Trainer Bernhard Trares, der mit Blick auf den weiterhin schlechten Zustand des Rasens im Carl-Benz-Stadion meinte: „Schon nach der ersten Trinkpause haben wir unser Spiel umgestellt und mit langen Bällen agiert. Ein anderes Spiel war auf diesem Platz nicht möglich.“

Der Waldhof begann mit der gleichen Elf wie zuletzt in Hoffenheim – angesichts der Personalmisere blieb Trares schließlich auch gar nichts anderes übrig. Immerhin waren dieses Mal vier Feldspieler auf der Bank, da zusätzlich Anthony Loviso, der spielende Co-Trainer der Landesliga-Mannschaft, einsprang. Die Formation, die bei der TSG 1899 siegreich war, kassierte bei tropischen Temperaturen aber gleich eine kalte Dusche. Beim ersten Vorstoß des Aufsteigers fälschte Kapitän Kevin Conrad eine Flanke unglücklich ab, Torwart Markus Scholz kam nicht mehr an den flatternden Ball und der eingerückte Danny Klein erzielte per Kopf das 0:1 (5.). Bei dieser Aktion stießen Scholz und Klein mit den Köpfen zusammen, das Spiel musste drei Minuten unterbrochen werden, bis Scholz mit einem Turban weitermachen konnte.

Die frühe Führung war für die Hessen natürlich Gold wert, der Waldhof tat sich sichtlich schwer, Lücken zwischen den gut organisierten Reihen des SC zu finden. Zum einen, weil der immer noch üble Platz viele Bälle verspringen ließ, andererseits produzierten die Blau-Schwarzen aber auch ungewohnt viele individuelle Fehler, von denen einer fast zum 0:2 geführt hätte. So geriet Jan Just ein Rückpass zu Scholz zu kurz und der SVW-Keeper konnte mit dem Fuß gerade noch gegen André Fleiss retten (35.). Im Gegenzug hatten dann die Mannheimer ihre erste Gelegenheit, SC-Torwart Pierre Kleinheider konnte den Kopfball Valmir Sulejmanis aber gerade noch über die Latte lenken (36.).

Der nötige Schub für den Waldhof blieb aber zunächst aus, erst in der fünfminütigen Nachspielzeit agierte der Favorit zielstrebiger. Die erste scharfe Hereingabe von Sulejmani ließ Jannik Sommer im Fünfmeter-Raum noch ungenutzt und scheiterte an Kleinheider, Just machte es nur wenig später besser. Dieses Mal schlug Kern den Ball scharf von rechts in den Strafraum und am langen Pfosten drosch der 21-Jährige den Ball unter die Latte.

Wer aber gedacht hatte, dass nun alles den erwarteten Verlauf nimmt, sah sich schon gleich nach dem Seitenwechsel getäuscht. Dreieich spielte sich sehenswert in den Strafraum und Abassin Alikhil ließ Scholz keine Chance (48.).

Wieder musste der SVW einem Rückstand hinterherlaufen, jetzt gelang es den Mannheimern aber, schneller zurückzuschlagen: Diring schickte Kern rechts in den Strafraum und der Neuzugang aus Walldorf erzielte routiniert sein erstes Liga-Tor für den SVW (53.). Dieser Treffer gab dem Waldhof nun richtig Moral, und da Kerns Pässe immer präziser kamen, war der nächste Treffer nur logisch. Der neue „Zehner“ des Vorjahreszweiten bediente Maurice Deville in der Spitze, der Luxemburger hatte noch das Auge für den mitgelaufenen Dorian Ding – 3:2 (60.).

Nun galt es für den Waldhof, den berühmten Deckel draufzumachen – und an dieser Absicht ließen die Blau-Schwarzen keinen Zweifel. Deville ging hier mit bestem Beispiel voran, nutzte eine Unstimmigkeit in der Dreieicher Rückwärtsbewegung und schloss kompromisslos zum 4:2 ab (66.). Nun hatte sich der SVW endgültig freigespielt, ein Treffer sollte aber nicht mehr gelingen, Sulejmani traf nur den Pfosten (77.).

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