SV Waldhof

Beim Chemnitzer FC müssen drei Drittliga-Profis in Quarantäne / „Task Force“ soll wirtschaftliche Stabilität stärken

Nächster Dämpfer für Neustart

Chemnitz/Mannheim.Von der Politik gibt es weiter kein grünes Licht, am vergangenen Freitag musste der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seinen anvisierten Termin für den Neustart kippen und seit Montag gibt es in der 3. Liga nun auch die ersten drei Quarantäne-Fälle wegen der Corona-Pandemie. Mit der zweiten Testreihe beim Chemnitzer FC vom Samstag wurde ein positiver Fall aufgedeckt. Der betreffende Spieler sei umgehend in eine 14-tägige häusliche Isolation gegangen, sagte ein Vereinssprecher. Zudem müssen zwei weitere Akteure in Quarantäne, die in Kontakt zu dem positiv getesteten Spieler standen.

Laut des örtlichen Gesundheitsamtes kann der CFC aber wie geplant an diesem Dienstag ins Mannschaftstraining einsteigen. In Dresden hatten die Behörden am 10. Mai noch die komplette Zweitliga-Mannschaft in Quarantäne geschickt, als dort zwei Fälle offenkundig wurden und bereits zuvor ohne Einschränkungen trainiert wurde. In Chemnitz werteten die Club-Verantwortlichen die Situation allerdings nicht als Rückschlag, sondern eher als Beweis für die Sinnhaftigkeit des Hygiene-Konzepts. „Wir sind dank der regelmäßigen Testungen sehr schnell in der Lage, die Betroffenen von der Mannschaft zu isolieren, die anderen Spieler, Trainer und Betreuer bestmöglich zu schützen und uns somit weiter konzentriert auf die mögliche Fortsetzung der laufenden Saison vorzubereiten“, erklärte Sportdirektor Armin Causevic, der vom einem Saisonabbruch nichts wissen will. Dennoch geht die Debatte unvermindert weiter.

Zweite Testreihe beim SV Waldhof

„Wenn es nach dem DFB geht, hätten wir bis zum 30. Juni elf Liga- und möglicherweise noch zwei Landespokalspiele. Der Spielplan ist Wahnsinn“, sagte beispielsweise Kapitän Christian Beck vom 1. FC Magdeburg der „Magdeburger Volksstimme“ (Montag). Ganz anders sind die Vorstellungen in Bayern. „Die Spiele in der 1. und 2. Bundesliga an diesem Wochenende haben gezeigt, dass das deckungsgleiche Konzept der DFL und des DFB sehr gut funktioniert“, teilte Sportchef Günther Gorenzel vom TSV 1860 München mit und bekam Unterstützung vom Ingolstadter Sportdirektor Michael Henke. Dieser sieht „überhaupt keinen Grund, dass die 3. Liga – die die gleichen Bedingungen hat, auch eine Profiliga ist, das gleiche Konzept umsetzt, wie die DFL und der DFB vorgeben – nicht spielen kann.“

Henke griff zudem die Clubs an, die sich für einen Abbruch einsetzen. „Teilweise ist durchschaubar, was dahintersteckt. Das ist einem Sport nicht würdig.“

Davon dürfte sich auch der SV Waldhof angesprochen fühlen, der von Beginn an für einen Abbruch der Spielzeit war und sich vorwerfen lassen musste, kein Konzept für die Zeit danach zu haben. Dem entgegnete der SVW nun mit der Initiative für eine „Task Force Zukunft 3. Liga“, an der Experten für Ethik, Wirtschaft, Politik, Sportrecht, Marketing sowie Fanvertreter mitarbeiten sollen. Mit Blick auf die Kosten habe sich laut Waldhofs Geschäftsführer Markus Kompp SVW-Präsident Bernd Beetz bereiterklärt, private Mittel einzubringen.

Am Montagnachmittag schlug dann auch der DFB eine ähnlich gelagerte Arbeitsgruppe vor, deren Bildung beim DFB-Bundestag am 25. Mai beschlossen werden soll. „Die Task Force ’Wirtschaftliche Stabilität 3. Liga’ war intern bereits in den vergangenen Tagen thematisiert und vor einer Woche im DFB-Präsidium behandelt worden“, hieß es in der Mitteilung des DFB. Neben Vertreterinnen und Vertretern des DFB, der DFL, der Regional- und Landesverbände sowie der Vereine sollen der Expertengruppe auch Personen aus anderen Sportarten und Bereichen angehören.

Wer bei diesem Thema nun wem die PR-Butter vom Brot genommen hat, bleibt offen, der SVW würde sich laut Geschäftsführer Kompp aber auch hier gerne einbringen. Die Mannheimer haben am Montag unterdessen die zweite Reihe der Corona-Tests absolviert, Ergebnisse lagen bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe aber noch nicht vor. Erst wenn beide Testreihen ohne Befund sind, können auch die Blau-Schwarzen wieder ins Mannschaftstrainingeinsteigen. (mit dpa)

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