SV Waldhof

Die neuen Gegner Gianluca Korte und Maurice Deville sind in der 3. Liga geblieben / Ex-SVW-Profi Rüdiger Rehm kommt als Trainer

Novizen mit viel Waldhof-Flair

Mannheim.Neben vielen alten Bekannten trifft der SV Waldhof in seinem zweiten Jahr in der 3. Fußball-Liga auf sechs neue Gegner. Dynamo Dresden und der SV Wehen Wiesbaden sind aus der 2. Bundesliga abgestiegen, der 1. FC Saarbrücken, der VfB Lübeck und der SC Verl kommen wie Türkgücu München (siehe unten) aus der Regionalliga hoch. Wir stellen die Kontrahenten kurz vor.

Dynamo Dresden

Für Dynamo zählt nach dem unglücklichen Abstieg – das Zweitliga-Schlusslicht kam nach einer verordneten Quarantäne kurz vor dem Neustart nicht mehr auf die Beine – nur der direkte Wiederaufstieg. Im Sommer trennten sich die Sachsen von 20 Spielern, darunter der Neckarauer Marco Terrazzino (Leih-Ende) und Ex-Waldhof-Junior Baris Atik. Unter den 17 Neuen stechen Mittelfeldmann Yannick Stark (Darmstadt 98) sowie der frühere Kölner Philipp Hosiner (19 Treffer in 28 Spielen für Chemnitz) und Pascal Sohm (zwölf Tore für Halle) im Sturm heraus. Mit dem Mannheimer Kevin Broll (25) im Tor, dem Ex-Dortmunder Chris Löwe (31) und Marco Hartmann (32) blieben Dresden drei Führungsfiguren erhalten. Wenn das Waldhof-Match bei Dynamo am zweiten Spieltag wie zuletzt im Pokal wieder mit Zuschauern steigt, kann sich der SVW auf einen Hexenkessel einstellen. Die leidgeprüften Anhänger beider Clubs haben außerdem mehr Schnittmengen als sie wohl selbst wissen: Oft verpönt, gehören ihre Fans bundesweit zu den treusten und emotionalsten.

SV Wehen Wiesbaden

Rüdiger Rehm, ein verdienter Waldhof-Profi (1997 bis 2001), steht an der Seitenlinie. Gianluca Korte, Mannheims Vorjahres-Topscorer (neun Tore, fünf Assists), soll offensiv Akzente setzen. Und dann wäre da noch Jan-Christoph Bartels: in Wiesbaden geboren, als Leihspieler mit einem Zweitliga-Einsatz für die Hessen, jetzt Stammkeeper am Mannheimer Alsenweg. Das Aufeinandertreffen am fünften Spieltag könnte daher durchaus etwas brisant werden. Rehm (41) steht vor seiner vierten kompletten Saison als SVWW-Trainer. Der Heilbronner, der Wehen Wiesbaden 2019 nach zehn Jahren in Liga zwei zurückgeführt hatte, stand nach dem Abstieg nicht zur Diskussion. Im Angriff ist der Ex-Frankfurter Stefan Aigner (33) ein Begriff. Ein Mann wie Manuel Schäffler (19 Zweitliga-Tore), der nach Nürnberg wechselte, fehlt jedoch.

1. FC Saarbrücken

Das Erreichen des DFB-Pokalhalbfinals war nicht nur legendär, es spülte auch rund 5,4 Millionen Euro in die Kassen der Saarländer, die die Qualifikation für den DFB-Pokal 2020/21 kurioserweise verpassten. Das Geld tut gerade in Corona-Zeiten gut. So hatte der souveräne Sieger der Südwest-Staffel, der es nach sechs Anläufen in Liga drei zurückschaffte, keine Mühe, dem SV Waldhof den Rang abzulaufen, als es um Maurice Deville ging. Gute Nachrichten gibt es in Sachen Stadion: Das Team von Lukas Kwasniok, das Leistungsträger wie Abwehrchef Christopher Schorch oder Torjäger Sebastian Jacob halten konnte, darf seinen Heimauftakt gegen Rostock vor 900 Zuschauern im Ludwigspark bestreiten. Zuletzt war der FCS nach Völklingen ausgewichen.

VfB Lübeck

Auch im hohen Norden wird der SVW einen alten Bekannten antreffen. VfB-Stürmer Nicolas Hebisch, von 2016 bis 2018 in Mannheim am Ball (54 Spiele/22 Tore), schaffte mit Lübeck den Sprung aus der Regionalliga, der ihm mit den „Buwe“ verwehrt geblieben war. Für den Ex-Zweitligisten, der nach der Insolvenz 2013 in Liga fünf dümpelte, ist es die Rückkehr in den Profifußball nach 16 Jahren. Der Meister der Nord-Staffel setzt auf bewährtes Personal. Die bekanntesten Akteure sind der bei Schalke und Bayern ausgebildete Triple-Gewinner Lukas Raeder (26, Tor) sowie der Ex-Braunschweiger Mirko Boland (33), der zuletzt in Australien aktiv war.

SC Verl

Zweimal sorgte Verl im Sommer für Schlagzeilen. Im Juni setzten sich die Ostwestfalen in der Relegation gegen Nordost-Meister Lok Leipzig durch – sieglos (2:2, 1:1). Als Zweiter der West-Staffel hatte der SC vom Verzicht von Primus Rödinghausen profitiert. Im August zementierte Verls 5:4-Erfolg im Test gegen Schalke die Krise des Bundesligisten. Große Namen sind beim Liga-Debütanten aus der 25 000-Einwohner-Stadt Mangelware. Stürmer Zlatko Janjic (34) liegt in der ewigen Torjägerliste der 3. Liga mit 67 Treffern auf Platz drei, Aufstiegstrainer Guerino Capretti (38) wird großes Talent nachgesagt.

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