SV Waldhof

SV Waldhof fordert Planungssicherheit vom DFB – und rechnet mit Saisonabbruch

Archivartikel

Mannheim/Berlin.Die 1. und 2. Bundesliga darf laut dem Beschluss der Konferenz zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der 16 Ministerpräsidenten der Länder ab Mitte Mai den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Wie es jedoch mit der 3. Liga aussieht, ist derweil noch nicht entschieden. Das von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ausgearbeitete Konzept über die Hygienemaßnahmen wurde nur für die oberen beiden Spielklassen von der Politik genehmigt. Die Verantwortung über die Fortsetzung der Saison liegt nach wie vor in den Händen der Bundesländer und den Gesundheitsämtern.

Der SV Waldhof Mannheim rechnet deswegen nicht damit, dass die aktuelle Spielzeit beendet werden kann. „Es ist für uns deshalb klar, dass eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes in der 3. Liga und eine reguläre Beendigung der Saison bis zum 30.06.2020 aufgrund der in den Bundesländern der Drittligisten stark unterschiedlichen Verfügungslagen nicht möglich zu sein scheint", stellt der aktuelle Tabellenzweite der 3. Liga seine Sicht der Dinge in einer Pressemitteilung dar. Dennoch sieht sich der Verein bestätigt und von der Politik verstanden. So erklären die Blau-Schwarzen weiter: „Dies zeigt uns, dass unsere Hinweise zur finanziellen Situation bei Geisterspielen und die Schwierigkeiten der Umsetzbarkeit des Hygienekonzeptes in der 3. Liga von der Politik wahrgenommen und berücksichtigt wurden.“

Um Planungssicherheit zu erlangen, erwartet der SVW „zeitnah die Einbringung eines entsprechenden Antrags zum Saisonabbruch“ in den außerordentlichen DFB-Bundestag am 25. Mai. Die Frist für einen entsprechenden Antrag läuft nach Informationen der Kurpfälzer am kommenden Montag ab.

Politik erhöht Druck auf DFB 

Auch Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten hatten den Druck auf den in Frankfurt ansässigen Verband nach dem Politik-Gipfel erhöht. In den Beschlüssen zur Freigabe für den Neustart der Bundesligen heißt es wörtlich: "Der DFB wird gebeten, für die anderen Ligen tragfähige Zukunftskonzepte zu entwickeln." Nachdem die ersten beiden Spielklassen in der zweiten Mai-Hälfte mit Geisterspielen wieder starten dürfen, soll der DFB nun einen Plan entwickeln, wie auch die 3. Liga und die Frauen-Bundesliga fortgeführt werden können.

Der DFB will beim wegen der Corona-Pandemie erstmals digital durchgeführten Außerordentlichen Bundestag die derzeitige Situation erörtern. Die 262 Delegierten sollen in digitaler Form teilnehmen und so auch ihr Stimmrecht ausüben können, wie der DFB schrieb. Sowohl die 3. Liga als auch die Frauen-Bundesliga haben sich bislang gegen einen vorzeitigen Abbruch entschieden.

Die Drittligisten hatten sich mit einer Mehrheit von zehn zu acht Stimmen bei zwei Enthaltungen für eine Fortsetzung der derzeitigen Saison entschieden und wollen diese weiter möglichst bis 30. Juni beenden. "Es handelt sich hierbei um das Meinungsbild der Clubs der 3. Liga, nicht um eine Beschlussfassung", teilte der DFB dazu mit. Der SV Waldhof plädierte für einen Saisonabbruch und begründete dies unter anderem mit einem Todesfall in Zusammenhang mit dem Coronavirus in der Familie eines Spielers.

Nun aber gibt es praktisch einen Regierungsauftrag an den DFB, ein tragfähiges Konzept für die anderen Spielklassen vorzulegen. Der Passus war in der Beschlussvorlage noch nicht enthalten und wurde offenbar erst nach den teils kontroversen Diskussionen um den Fußballbetrieb hinzugefügt.

Mit der Entscheidung vom Mittwoch könnte eine Fortsetzung auch für die 3. Liga wieder ein Stück näher rücken – auch wenn der Waldhof nicht damit rechnet. Beim Konzept der medizinischen Rahmenbedingungen hat sich der DFB an der Deutschen Fußball Liga orientiert. In der Bundesliga der Frauen votierten sogar elf von zwölf Clubs für eine Fortführung der derzeit unterbrochenen Spielzeit.

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