SV Waldhof

Fußball Ex-Waldhof-Trainer gelingt mit Zweitliga-Schlusslicht Würzburger Kickers ein perfekter Einstand / 2:1-Sieg gegen Hannover 96

Trares schickt Kocak in die Krise

Würzburg/Mannheim.Das Aufeinandertreffen der beiden ehemaligen Trainer des SV Waldhof fiel auf kuriose Weise ins Wasser. Hannovers Coach Kenan Kocak, so erzählte es 96-Sportchef Gerhard Zuber bei Sky, wollte vor der Abreise ins Stadion im Hotelzimmer noch kurz ein paar Sachen in die Tasche packen, „da hat ihn die Hexe getroffen“ (Zuber).

Der 39-jährige Mannheimer fiel für das Zweitliga-Duell bei Schlusslicht Würzburger Kickers mit deren neuem Trainer Bernhard Trares kurzfristig mit einem Hexenschuss aus. Der Spielverlauf dürfte Kocaks Rückenschmerzen eher verschlimmert haben. Trares feierte am Sonntag mit einem 2:1 (0:1)-Erfolg einen perfekten Einstand als Kickers-Trainer – es war der erste Saisonsieg des Schlusslichts aus Unterfranken, das nun neue Hoffnung im Abstiegskampf schöpfen kann.

„Ich habe heute schon viel Gutes gesehen“, sagte Trares nach der Partie. „Wir haben daran gearbeitet, der Mannschaft den Glauben zurückzugeben, wieder Spiele gewinnen zu können.“

Dabei begann die Premiere des Fußballlehrers aus Heppenheim in der 2. Liga – im reifen Alter von 55 Jahren! – ganz anders als erhofft. Ridge Munsy verlängerte Marvin Dukschs Kopfball mit dem Knie ins eigene Tor (17.). Hannovers Pausenführung war verdient, Kocak schickte aus dem Hotel-Bett schon zufriedene Textnachrichten an Sky-Kommentator Jörg Dahlmann. Doch Trares drehte in der Halbzeit gemeinsam mit seinem aus Mannheim mitgebrachten Assistenten Benjamin Sachs an den richtigen Stellschrauben – und die Würzburger die Partie. Munsy markierte den Ausgleich (53.), und gegen nachlassende Hannoveraner sorgte das 2:1 durch David Kopacz (72.) für den ersten Erfolg der Kickers in der 2. Liga nach zuvor 24 sieglosen Partien in Serie – 2016 waren die Würzburger aus dem Fußball-Unterhaus abgestiegen.

Der gebürtige Bensheimer nahm die Treffer auf der Bank erstaunlich reserviert zur Kenntnis. „Trares hat die Hand aufgelegt“, sagte Sky-Mann Dahlmann, während der neue Coach auf dem Platz nach Abpfiff seine Spieler umarmte.

Sulejmani spät eingewechselt

Für Kocak brechen nach der siebten Auswärtsniederlage in Folge hingegen ungemütliche Zeiten an. Der Tabellenzehnte Hannover ist durch die Schwäche auf fremden Plätzen zurzeit weit entfernt von der anvisierten Rückkehr in die Bundesliga.

In Würzburg half auch die späte Einwechslung des früheren Waldhof-Torjägers Valmir Sulejmani in der 80. Minute nicht mehr. „Diese Mannschaft hat offensichtlich nicht das Zeug, konstant gute Leistungen wie gegen Braunschweig oder Düsseldorf zu zeigen. Das war spielerisch unterirdisch, die Mentalität rutschte immer weiter in den Keller“, kommentierte das Portal „Sportbuzzer“ .

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