SV Waldhof

Fußball Verteidiger Seegert und Schultz für Partie gegen Jena am Sonntag fraglich / Trainer Trares warnt vor dem Schlusslicht

Waldhof droht Abwehr-Notstand

Mannheim.Sie gehören zu den absoluten Konstanten in dieser bisher so überaus erfolgreichen Drittliga-Saison des SV Waldhof. Marcel Seegert stand 2025 von 2070 möglichen Minuten auf dem Platz, Michael Schultz bringt es auf 1987 Spielminuten. Doch in dieser Woche hat es die Stabilisatoren der SVW-Defensive gleich beide erwischt – sie fehlten verletzungsbedingt auf dem Trainingsplatz am Alsenweg. „Ihr Einsatz am Sonntag gegen Jena ist fraglich“, sagte Trainer Bernhard Trares am Freitag. Schultz plagt sich schon seit einiger Zeit mit einer entzündeten Achillessehne herum, Seegert laboriert an den Folgen eines eingeklemmten Nervs und konnte zuletzt einen Fuß nicht heben.

Der unerwartete Abwehr-Notstand vor dem Duell mit dem abgeschlagenen Schlusslicht zwingt Trares wahrscheinlich zum Umbau seiner eingespielten Viererkette. Sollte es sowohl für Seegert als auch für Schultz bis Sonntag (Anstoß 14 Uhr) nicht reichen, stünde mit Kapitän Kevin Conrad nur noch ein gestandener Innenverteidiger zur Verfügungen. „Wir müssten dann schauen, wie wir es machen. Aber in der Vergangenheit haben wir es mit unserem Wir-Gefühl immer intern gelöst und kompensiert. Das hat uns in dieser Saison ausgemacht“, sagte der Waldhof-Trainer.

Als erste Alternative steht Linksverteidiger Marcel Hofrath bereit, Winter-Neuzugang Gerrit Gohlke ist nach Trares’ Auffassung noch nicht so weit, um ihn von Beginn an zu bringen: „Er nimmt eine positive Entwicklung im Training, aber hat noch extrem viel Abstand bei der Integration in unser Spiel und der Feinabstimmung.“ Bei einem Doppel-Ausfall in der Abwehr könnte der Waldhof-Coach das erst 19-jährige Eigengewächs Florian Flick ins kalte Wasser werfen, oder er zieht Marco Schuster aus dem defensiven Mittelfeld eine Reihe nach hinten – eine bereits erprobte Variante.

Auch wenn Jena mit dem 2:1-Sieg gegen Zwickau am vergangenen Montag wieder ganz leise Hoffnung im Abstiegskampf schöpfte, ist die Zielsetzung des SVW klar: Mit einem Sieg gegen den bereits elf Punkte hinter dem rettenden Ufer liegenden Tabellenletzten soll der Anschluss an die Aufstiegsplätze gewahrt werden. „Es wird zwar nicht so leicht, wie es auf dem Papier aussieht. Aber wir müssen alles investieren, um die drei Punkte in Mannheim zu behalten“, sagte Maurice Deville, der nach ausgestandener Fußblessur wieder in die Startformation drängt. „Ich kann wieder voll belasten und bin bereit für Sonntag“, erklärte der luxemburgische Nationalstürmer. Deville könnte für den zuletzt schwächelnden Gianluca Korte auf der offensiven Außenbahn beginnen, Valmir Sulejmani würde in diesem Szenario vom rechten Flügel nach links wechseln.

Die Gefahr, dass seine Profis mit den Gedanken schon bei den nach Jena anstehenden Höhepunkten bei Spitzenreiter Duisburg und natürlich dem Derby gegen den FCK sind, sieht Trares nicht. „Wenn Sie mir nicht gesagt hätten, gegen wen wir danach spielen, hätte ich das gar nicht im Kopf gehabt“, scherzte der SVW-Coach, fügte dann aber im Ernst hinzu: „Wir gehen zum ersten Mal seit längerer Zeit als kleiner Favorit in ein Spiel, aber wir wissen, was auf uns zukommt. Jena kämpft um jeden Meter und hat zuletzt zwei gute Ergebnisse gehabt. Wir müssen schauen, dass wir unsere spielerische Note durchbringen.“

Zum Thema